Von der Sozialdezernentin des Landkreises, Sylvia Ulonska, erfuhren sie, dass sich der Landkreis angesichts der immer weiter steigenden Flüchtlingszahlen entschieden hat, das bisher ungenutzte viergeschossige Unterrichtsgebäude des früheren Oberstufenzentrums ebenfalls zu einem Wohntrakt für Flüchtlinge umzubauen. Auch wenn die Umsetzung des Vorhabens noch Monate dauern werde - im Ergebnis werde sich die Aufnahmekapazität des Heimes auf etwa 160 Personen erhöhen. Zurzeit leben in dem Übergangswohnheim knapp 100 Menschen.
Darüber hinaus sollen im Erdgeschoss des zu renovierenden Gebäudes mehrere frühere Klassenräume für den Deutschunterricht hergerichtet werden. Auch die Wiedereröffnung der an das Haus angeschlossenen ehemaligen Turnhalle ist vorgesehen. Sie könne dann als Begegnungsstätte zwischen den ausländischen Asylsuchenden und Bürgern der Gemeinde für gemeinsame kulturelle und sportliche Aktivitäten genutzt werden, sagten Radant und Ulonska. Und noch eine Neuigkeit gab die Sozialdezernentin bekannt: Der Landkreis wird das Heim nach dem Umbau nicht mehr selbst verwalten, sondern an einen geeigneten freien Träger übergeben. Dazu soll ein öffentliches Bewerberverfahren ausgeschrieben werden.
Die Anwohner reagierten auf die Nachrichten mit Interesse. Mehr als drei Jahre Erfahrung der Wandlitzer mit den neuen ausländischen Mitbürgern haben Berührungsängste und ursprüngliche Befürchtungen beiseite geschoben. So drehten sich die vielen Fragen der Besucher in erster Linie um Fluchtgründe, Herkunftsländer, Aufenthaltsdauer und Perspektiven der Migranten sowie um den aktuellen Bedarf an Unterstützung und an Spenden.
Während Heimleiterin Petra Stabenow und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer vom "Runden Tisch Willkommen" Rede und Antwort standen, hatten andere Helfer und Heimbewohner im Hintergrund den Partygrill angeheizt. Die Einladung von Bürgermeisterin Radant zum lockeren Gespräch bei Bratwurst und Hühnchen fand gute Resonanz - bei den Gästen aus der Nachbarschaft und denen, die im Heim ihr vorläufiges Zuhause gefunden haben.