Das Thema stand eigentlich nicht auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung von Ahrensfelde. Es beschäftigt aber in diesen Tagen und Wochen vor allem die Einwohner von Elisenau, die dann auch recht zahlreich zu abendlicher Stunde im Orts- und Gemeindezentrum erschienen waren.
Schon vor Beginn diskutierte Bürgermeister Wilfried Gehrke (CDU) – ausgerüstet mit Mund- und Nasen-Schutz – mit den Menschen. Andere Zuhörer durften schließlich Platz im Foyer nehmen.

Unabhängige beantragen Tagesordnungspunkt

Als die Vorsitzende der Gemeindevertretung Beate Maria Hübner (CDU) die Sitzung eröffnete, meldete sich Patrick Seiler (Unabhängige) zu Wort. Er beantragte, die geplante Erschließung von Elisenau mit einer zentralen Abwasserentsorgungsanlage im Gremium zu diskutieren. Dem stimmte die Gemeindevertretung zu.
Bürgermeister Gehrke ging anschließend bereits in seinem Bericht auf das Vorhaben ein. Er bestätigte, dass er ein Protestschreiben erhalten habe und zeigte Verständnis für mögliche Geldprobleme der Anlieger. Der Verwaltungsleiter wies dann darauf hin, dass die Kommune ihre Aufgaben im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung an einen Zweckverband übertragen hat.
„Jede Investition wird von der Verbandsversammlung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprüft“, betonte der Christdemokrat. Dies habe in den vergangenen Jahren wenigstens im zentralen Bereich zu „stabilen und geringen Gebühren“ geführt. Bei den rund 250 Gruben, die mobil entleert werden, sehe das allerdings anders aus.

Lediglich eine Kleinkläranlage wurde errichtet

Gehrke betonte ferner, dass die Gebühren dort weiter steigen werden. „Wir müssen etwas tun, damit wir nicht auf dem Abwasser sitzen bleiben“, so der Verwaltungschef. Darüber hinaus habe es schon im Jahr 2007 eine Forderung von Elisenauern gegeben, die Siedlung zentral zu entsorgen. Man habe die Einwohner schon damals aus dem Anschluss- und Benutzungszwang entlassen wollen. „Aber nur zwei Familien haben eine Kleinkläranlage gebaut“, so Gehrke.
Nach Angaben des Bürgermeisters sind die Einwohner in schriftlicher Form sowie mit Bürgerversammlungen über das Projekt informiert worden. Gehrke räumte jedoch ein, dass es Probleme in der Kommunikation gegeben hat. „Dieser Kritik stelle ich mich“.

Ratenzahlung und Stundung sind möglich

Später konnten dann die Elisenauer ihre Fragen stellen. Eine bezog sich dabei auf die Möglichkeit, dass eine kreiseigene Gesellschaft die mobile Entsorgung übernimmt. „Der Landkreis kann sich durchaus vorstellen, diese Dienstleistung ab dem Jahr 2022 anzubieten“, antwortete Gehrke. Man könne aber derzeit nicht sagen, wie hoch die Gebühren dann sind. Jeder Verband müsste den Aufwand für sein Gebiet kalkulieren. Eine Quersubventionierung sei ausgeschlossen.
Ein weiterer Elisenauer wies darauf hin, dass die Siedlung sehr zersplittert sei und es große Grundstücke gebe. Wie es denn mit einer Härtefallklausel aussehe, wollte der Mann wissen. Es werde nur die Fläche berücksichtigt, die auch bebaubar ist, so der Bürgermeister. Ackerland sei nicht betroffen. Eine Forderung nach Gewährung von Krediten erteilte Gehrke eine klare Absage. Es sei lediglich eine Stundung oder Ratenzahlung möglich.

In den vergangenen Jahren wurde regelmäßig informiert

Im Frühjahr sei man noch von einer Planungsphase ausgegangen, im Sommer sei das Projekt schon unter Dach und Fach gewesen, bemängelte ein weiterer Zuhörer. Die Verbandsversammlung sei zudem nur auf der Homepage angekündigt worden. „Wer schaut da schon regelmäßig nach“, so der Elisenauer. „Eigentum verpflichtet“, konterte Bürgermeister Gehrke.
„Die Informationen sind über die Jahre erfolgt“, schaltete sich auch Blumbergs Ortsvorsteher Jörg Dreger (SPD) in die Debatte ein. Zu einem gewissen Zeitpunkt müsse man die Dinge dann auch umsetzen.
Weitere Fragen drehten sich darum, ob die wirtschaftlichste und ökologischste Variante gewählt wurde sowie um technische Detailfragen. Diese sollen auf einer weiteren Verbandsversammlung geklärt werden, deren Termin rechtzeitig bekanntgegeben werden soll.