Eine Stimme gab den Ausschlag in der viel diskutierten Frage, ob ein brückenähnliches Bauwerk oder eine Furt die zerstörte Brücke südlich von Biesenthal ersetzen soll. Ein Durchlassbauwerk ist gleichsam ein Hohlkörper, der umbaut wird und beiderseits Anrampungen erhält. Die Querung ist von Bedeutung, da an dieser Stelle mehrere Wanderwege über das Pfauenfließ führen. Dazu gehören der überregionale "66-Seen-Wanderweg" sowie der Rundweg Biesenthaler Becken. In der über Monate geführten Debatte um einen Ersatz ging es aber auch um die Frage, eine Vernässung des umliegenden wirtschaftlich genutzten Bereichs zu vermeiden.
Im September vergangenen Jahres war der Schaden entdeckt worden. Oberhalb der Brücke hatte ein Biber einen Damm gebaut. Als die angestauten Wassermengen den Damm allerdings durchbrachen, wurde das Fundament der Brücke unterspühlt, der Brückenkörper sackte ab.
Untersuchungen eines Ingenieurbüros ergaben, dass der Schaden als "irreparabel" eingestuft wird, wie die Amtsverwaltung festhält. Die "Holzpfahlwand" als Widerlagersicherung gilt als "verrottet" und ohne Funktion, Fahrbahnplatten haben sich abgesenkt. In der Folge wurde die Brücke für den Fahrzeugverkehr gesperrt.
Erstmals erwähnt wurde sie im Brückenverzeichnis 1975. Ihr wurde eine maximale Belastung von sechs Tonnen zuerkannt. Unterhaltungsarbeiten sind nicht bekannt. Die Brücke aus Beton und Holz hat bislang zwar Bestandsschutz genossen, entspricht aber laut Amtsverwaltung nicht den Bauvorschriften.
In der Stadtverordnetenversammlung stand nun Entscheidung über den Ersatzbau zur Debatte. Drei Varianten gab es hierfür. Der Bauausschuss hatte sich bereits mehrheitlich für die Durchlass-Variante ausgesprochen. Aussichtlos lag von Anfang an dagegen der Bau einer neuen massiven Brücke im Rennen. Zum einen schreckten die Kosten in Höhe von 420 000 Euro ab, selbst wenn es gelingen sollte, eine 80-prozentige Förderung zu bekommen. Darüber hinaus wurde aber auch die Genehmigungsphase als schwierig eingestuft, da das Bauwerk keine naturnahe Lösung darstellt.
Diese Einschätzung gilt auch für das Durchlassbauwerk. Die Erhöhung im Rampenbereich wird in dem Naturschutzgebiet als erheblicher Eingriff gewertet. Die Kosten sind mit etwa 167 000 Euro deutlich niedriger aus als beim Brückenbauwerk. Auch hier ist eine 80-prozentige Förderung möglich. Die Realisierungszeit mit Planung und Aufstellung beträgt wie beim Brückenbau ein bis zwei Jahre.
Die Vorzugsvarianten der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreise Barnim ist indessen der Bau einer Furt mit Fußgängerbrücke. Aufgrund der einfacheren Bauweise in einen regalitv kleinen Baufeld wurde die Furt von der Behörde als naturnahe Lösung befürwortet. Aufgrund der vereinfachten Genehmigungsphase wird mit einer Realisierungszeit von nur einem Jahr gerechnet. Die Kosten liegen für Furt und Fußgängerbrücke bei etwa 60 000 Euro und könnten vom Landkreis aufgrund der Naturnähe zu 100 Prozent gefördert werden. Alle drei Varianten können eine Belastung von zehn Tonnen verkraften.
Vorsorge bei Biberaktivitäten
Für Furten gibt es bei Britz und Chorin bereits Beispiele, die Mehrheit der Stadtverordneten überzeugen diese jedoch nicht. Die unpraktikable Wasserquerung mit Fahrzeugen und vorallem befürchtete Vernässungen in der Umgebung wurden dagegen angeführt. Um künftige Schäden zu verhindern, riet Hartmut Zerbe (Biesenthals Aktive Mitte), bei erneuten Biberaktivitäten das Bibermanagement einzuschalten. Wie Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) nach der Entscheidung für das Durchlassbauwerk festhielt, müssten jetzt auch die Fördermittel hierfür beantragt werden.