Alle sind erleichtert, dass dem leuchtenden Höhepunkt der Barnimer Adventszeit nichts mehr im Wege steht. Wenn der 54-jährige Zepernicker seine Braut am 12. Dezember ins Rathaus von Panketal führt, wird dieser Enthusiasmus auf der Wolke des Glücks mitschwingen. Er reißt nicht ab.
Über eine Gesamtlänge von gut zwei Kilometern vom Priesterweg bis zur Feuerwache, vorbei an unzähligen Glühweinständen, leuchtenden  Feuern in Vorgärten und blinkend Bemützten am Wegesrand geht die Nachricht von Mund zu Mund. Beifall ertönt, als sich der Fanfarenzug in Bewegung setzt und sich die kreativ illuminierten Gefährte voranschieben. 62 Fahrzeuge, so viele wie noch nie, haben gemeldet. Sie kommen aus ganz Deutschland. Da hängt ein Pfefferkuchenhaus am Traktor, wippt der Schneemann auf dem Feuerwehr-Einsatzwagen, baumeln Weihnachtsglocken unter der ausfahrbaren Leiter aus Hönow. Getüftelt und geschmückt wird seit Tagen. Es ist wie ein Treffen unter Freunden. „Welche Batterie hast du am Start“, ruft es aus dem geöffneten Fenster aus Rehfelde. Und Panketals Gemeindewehrführer Thomas Bielicke lacht zurück: „Bist du wieder gesund? Wie schön!“
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Die Mannen um Frank Willamowski haben seit Monaten alles organisiert. Erleichtert steht der 57-jährige Vorsitzende des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Zepernick in der Kurve auf der Schönower Straße. Er flitzt hier- und dorthin. Einem Besucher ist schlecht geworden. Ein kleiner Junge sucht seine Eltern. Alles läuft im Einsatzleitwagen (ELW) Barnim-Uckermark „Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung“ zusammen. Dort helfen neben dem Panketaler Leiter Christoph Eckert auch Andrea Hensch und Marius Manske aus Eberswalde mit. Alle Funksprüche werden protokolliert und in Computer eingegeben, damit sich später auch Zwischenfälle rekonstruieren lassen. Mehr als hundert Helfer sind im Einsatz – an der Wegstrecke, bei der Kontrolle von Verkaufsständen oder potenziellen Brandherden und beim Verteilen heißer Getränke für die Freiwilligen. Die 28-jährige Lehrerin Hensch ist Brandmeisterin bei der Freiwilligen Feuerwehr in Eberswalde und findet die Arbeit in der Einsatzzentrale spannend und wichtig. Hochkonzentriert sind die Einsatzkräfte bei der Sache.
Tausende säumen die Wegstrecke. Die Stimmung ist gut. Erlöschen abschnittsweise die Straßenleuchten, geht ein Raunen durch die Reihen. Der Applaus kommt spontan. Zu sehen gibt es genug. Was sich die Besitzer historischer Feurwehrfahrzeuge zwischen Löhme, Heidesee und Ladeburg so haben einfallen lassen, lässt viele staunen. Mitten im Trubel dabei und gemeinsam mit anderen Eltern der Kita da Vinci sind Angelina und Aaron Callawege aus Schwanebeck. Ihre drei Kinder sitzen in beleuchteten und geschmückten Wagen. „Es macht einfach Spaß, dabei zu sein“, sagt das Paar.
Lichter flimmern aus Schuhen oder Einrädern, Luftballons mit LED-Leuchten sind der Renner. Gut eineinhalb Stunden braucht die Weihnachtsparade, ehe sie auf die Zielgerade einbiegen kann. Polizei und Feuerwehr, Sicherheitskräfte und Glühweinverkäufer – alle sind mit Freude dabei. Kein anderer Höhepunkt in der Vorweihnachtszeit in Nordbrandenburg zieht so viele begeisterte Schaulustige an. Die Trommler von Trommböse heizen am Ende noch einmal allen richtig ein. Erleichterung macht sich breit, als sich die Besucherflut auflöst und weiterbummelt. Frank Willamowski sinkt weit nach Mitternacht erschöpft in seine Kissen.
Im Lichter-Glückshimmel in Zepernick schweben Simone Gohlke und Luc van Eycke.