Die Firma Weber Motor will an ihrer Ansiedlung in Bernau am ehemaligen Lieken-Standort festhalten. Zuletzt hatte es Probleme mit Fördermitteln gegeben. Das Projekt war kurz vor dem Scheitern. Bis Mitte Juli muss nun eine Entscheidung fallen.
Noch im Mai hatte Dagmar Brendel, Chefin der Agentur für Arbeit Eberswalde, die Ansiedlung des Motoren-Herstellers in Bernau verkündet. 70 Mitarbeiter sollen bis Ende des Jahres eingestellt werden, bis 2015 sollen 275 Menschen bei Weber-Motor in Lohn und Brot stehen.
Dann kam die Ernüchterung: Inzwischen gilt es nicht mehr als so sicher, dass das Unternehmen aus Baden-Württemberg sich wirklich am Standort der Firma Lieken an der Zepernicker Chaussee niederlässt. Der Landesförderausschuss wollte keine Zusagen für Fördermittel geben, bis nicht entsprechende Zuwendungsbescheide und Bürgschaften vorliegen. Unternehmenschef Weber hatte auf den engen Zeitrahmen verwiesen. Er hatte eigentlich nur bis zum heutigen Sonnabend Zeit, vom Kaufvertrag für das Grundstück und Gebäude der Lieken-Gruppe zurück zu treten. Doch umsonst, die Behörde verweigerte ihre Zusage. Der Unternehmer ließ daraufhin offen, ob er vom Kauf des Geländes zurück tritt.
Inzwischen kommen versöhnlichere Töne aus Baden-Württemberg. Die erforderlichen Unterlagen lägen zwar nicht vor, machte Christian Weber deutlich. Aber er habe das Rücktrittsrecht für den Kaufvertrag auf den 14. Juli verschoben. Es gebe, so Weber, einen klaren Fahrplan des Wirtschafts- und Finanzministeriums. Bis zum 12. Juli soll über Förderung und die Bürgschaft entschieden werden. "Wir haben nun den Eindruck, dass mit allerhöchstem Einsatz Wirtschafts- und Finanzministerium sowie die Investitionslandesbank an unserem Projekt arbeiten", erklärte Weber. Großartig sei die Unterstützung, die seine Firma vom Bernauer Bürgermeister, dem Landrat, dem Barnimer Mittelstandshaus, aber auch der Zukunftsagentur Brandenburg und der Wito erhalten habe. Aus diesem Grund habe man sich entschieden, die Rücktrittsfrist zu verlängern, um einen Verbleib in Bernau doch noch zu ermöglichen.
Der Junior-Chef der Firma hat weitere gute Nachrichten. Seine Firma habe mit dem Unternehmen Sea Ray einen umfassenden Exklusiv-Kooperationsvertrag unterschrieben, der der größte der Geschichte des Unternehmens ist. Für Sea Ray soll Weber Motor Antriebssysteme herstellen. Diese sollen in Bernau produziert werden.
Die 32 Mitarbeiter, die Weber Motor bereits eingestellt hat, sind bereits am Lieken Standort aktiv und produzieren dort. "Ab August sollen auch die Einstellungen weiter gehen", sagte Constanze Hildebrandt von der Agentur für Arbeit.