Für Frank Krückel, einen von Barnims Top-Springreitern vom RFV Schorfheide war es eine Premiere. Zum ersten Mal ging der Profi in Rüdnitz an den Start. "Die Bedingungen sind top", lobte er. Und sportlich hätte es nicht besser laufen können. Am Sonnabend hatte Krückel Stakkoblue mitgebracht, einen siebenjährigen Wallach von Stakkato, den er von Paul Schockemöhle zur Verfügung gestellt bekommt. "Das war heute erst sein drittes Turnier, aber er hat das klasse gemacht", freut sich Krückel. Auch die Richter waren von der Qualität des Schimmels überzeugt und zückten die Traumnote 8,6 in der Springpferdeprüfung der Klasse L - Platz eins für die beiden. "Ich hoffe, dass ich den noch nächste Saison behalten kann und dann mit ihm S reiten kann." Mit seinem zweiten Pferd Contendra ritt der Bereiter aus dem Löwenberger Land auf den zweiten Platz.
Und am Sonntag setzte er sogar noch einen drauf: Er siegte auf dem Hengst Candarel sowohl im M*- als auch M**-Springen. Bei Letzterem belegte er mit Sensu Stricto ebenfalls Platz 2 vor dem Schorfheider Stefan Böse auf Chello. Krückels Freundin Jennifer Jülisch (Reitverein "Zur schwarzen Perle" Ladeburg) freute sich über Platz 4 mit Epento im M*.
Strahlende Gesichter auch auf dem Dressurplatz. Katharina Ebner vom RFV Zur schwarzen Perle Ladeburg konnte mit ihrem fünfjährigen Ramazotti in der Dressurpferdeprüfung der Klasse A die Richter überzeugen. "Ein Pferd, das vor allem in der Galopp-Tour überzeugen konnte", so Richter Helmut Mielenz. Mit einer 7,6 konnte das Paar die Prüfung gewinnen. Dabei erwies sich der großrahmige Schimmel von Rascalino zuerst als sehr schwierig. "Ich hätte nie gedacht, dass der überhaupt mal auf einem Turnier reitbar sein wird", sagt Katharina Ebner, die sich daher umso mehr über den Sieg freute.
Auch Saksia Hagewiesche vom RV Elisenau war mehr als zufrieden. Mit Holsteins Whisper siegte die 14-jährgie Schülerin in der Dressurprüfung auf Trense und auch im A**-Springen kam sie mit ihrem Erfolgspferd, das ihr vom Züchter zur Verfügung gestellt wird, auf einen fünften Platz. Seit November sattelt sie ebenfalls Holsteins Charmeur, ein sechsjähriges Pony, mit dem sie auch schon gut unterwegs ist. Auch Charmeur bekommt sie vom Züchter zur Verfügung gestellt. Ziel der ehrgeizigen Nachwuchsreiterin, die übrigens auch noch nebenbei Beste ihres Jahrgangs in der Schule wurde: Sie will es in beiden Disziplinen in den Kader der Brandenburger Ponyreiter schaffen. In der Dressur hat sie die dafür nötigen sechs Platzierungen in Prüfungen der Klasse L bereits zusammen, im Springen fehlen noch drei. Ein weiteres Ziel ist die Qualifikation für das Bundeschampionat mit ihrem Pony. "Doch das ist in Brandenburg schwer, für Ponys gibt es hier leider kaum Qualifikations-Prüfungen. Mal sehen, ob wir das noch hinbekommen", sagt Mutter Jutta.
In diesem Jahr machte es der Wind den Pferden vor allem in den Dressurprüfungen schwer, als die als Schutz vor dem Wind über den Lautsprechern angebrachten Plastiktüten ordentlich knatterten. Eine Herausforderung für so manchen sensiblen Viereck-Akrobaten.
Lob gab es von Seiten der Teilnehmer für die guten Bedingungen in Rüdnitz. "Ich bin zum ersten Mal hier, aber das ist wirklich sehr gut organisiert alles", lobte auch Richter Ralf Breselow. "Jeder weiß hier, was er zu tun hat."
Bereits zum zweiten Mal wurde das zweitägige Event von zwei Vereinen organisiert. Neben dem RFV Rüdnitz, der das Turnier bereits seit 20 Jahren durchführt, ist seit vergangenem Jahr der RFV Zur schwarzen Perle Ladeburg mit im Boot. "Ich bin begeistert davon, dass zwei Vereine das hier gemeinsam stemmen", findet Richter Gerhard Mielenz. "Und die Zustimmung kann man an dem hohen Nennungsergebnis ablesen. 1000 Nennungen - das ist schon super."