Die Schritte sind klein, aber jeder Erfolg zählt: Nachdem im Dezember für die Zerpenschleuser Familie Monika (69) und Lothar Fedler (80) vom hiesigen Ortsbeirat ein fahrbarer Untersatz gesucht wurde, kann Ortsvorsteher Marco Scafaro nun einen ersten Erfolg vermelden. „Wir haben ein Fahrzeug bekommen, das sogar führerscheinfrei gefahren werden kann“, erzählt Scafaro. Gemeldet haben sich nach dem MOZ-Beitrag bei ihm zwei Schwestern aus Klosterfelde, die ein Elektrofahrzeug abgegeben haben, mit dem eine Person zum Einkauf fahren kann. Es wird bei der Familie Fedler vermutlich keinen Einsatz finden, aber es kommt mit Zustimmung der Spendengeber einem guten Zweck zugute. Für Familie Fedler wird weiterhin ein benzingetriebenes Fahrzeug gesucht, das ohne Führerschein bewegt werden darf. Dann wäre es Monika Fedler möglich, ihren Mann zum Arzt zu fahren oder eben ohne Hilfe Dritter die Einkäufe zu erledigen.

Für das E-Mobil gibt es einen Plan B

Gleichwohl gibt es bereits einen Plan B für das gespendete Mobil. Ziel des Zerpenschleuser Ortsbeirates ist es nämlich, eine Art Kulturverein ins Leben zu rufen, der in mehreren Sparten an verschiedenen Stellen Gutes tun soll. Beispielsweise im Bereich Lebenshilfe. Dort könnte auch das Elektrofahrzeug Verwendung finden, wie Scafaro erklärt. „Mit Sicherheit gibt es in der Gemeinde Wandlitz Bedürftige, die sich über etwas Mobilität freuen würden. Daher übernehmen wir mit Genehmigung der anonymen Spender das Fahrzeug und stellen es später Personen zur Verfügung, die es sich sonst nicht leisten können.“
 Zukünftig erwägt der Ortsbeirat quasi einen Fundus an Hilfsmitteln, die Bedürftigen in der Gemeinde Wandlitz zur Verfügung gestellt werden sollen. Diese Reserve werde sich erst langsam aufbauen, schließlich kann der künftige Kulturverein immer nur auf Spenden hoffen. Aber auch das, ist sich Scafaro sicher, werde sich bei Firmeninhabern und Menschen mit Herz herumsprechen. Eine Börse für Gerätschaften oder auch Fahrgemeinschaften, durchaus erweiterbar auf andere Ortsteile, schlägt der Ortsvorsteher deshalb vor.

Projekt Jung für Alt

Zu den weiteren Vorhaben in Zerpenschleuse zählt das Projekt Jung für Alt. Dahinter steht die Idee Jugendliche zu gewinnen, mit Senioren Grundlagen am PC zu erläutern. Im Gemeindezentrum kam es demnach schon zu ersten Treffen, aufgrund der Corona-Krise sind diese Kontakte jedoch vorerst ausgesetzt worden.
Zudem wollen die Mitglieder im Ortsbeirat dafür sorgen, dass die Jugendlichen eine Art Rückzugsraum bekommen. Gesucht werde daher ein Grundstück, um einen Bauwagen aufzustellen, der von den Jugendlichen nach Gutdünken zu einem Klub umgebaut werden kann.
Ein zweiter Treffpunkt findet sich unter Umständen auf dem Weg entlang des Langen Trödels (Nordseite) zum Hafendorf. Eine im Sommerbetrieb nutzbare Hütte böte beispielsweise Platz für die beschriebenen Begegnungen zwischen Jung und Alt.
Ebenfalls dranbleiben wollen die Zerpenschleuser am Bürgerbusverein, der am 24. Februar seine Jahreshauptversammlung abhalten möchte. Der Verein befindet sich immer noch in der Gründung, benötige jetzt aber Mitglieder, die sich gern einbringen wollen. Mit der Barnimer Busgesellschaft (BBG) werde in den nächsten Monaten über die Möglichkeit des Mitfahrens im Winterfahrplan 2021/22 verhandelt. „Das ist unser Ziel, bis dahin über die geforderte personelle Kraft und einen Bus zu verfügen, um in den Fahrplan integriert zu werden.“