Ungebrochen ist die Faszination, die das Zirkusleben ausübt. Hier können die Augen strahlen und Kinder daran glauben, dass Wunder Wirklichkeit werden können. In Panketal haben Dustin Jonas und Schwester Aylin Kulla ihren Traum vom Zirkusleben wahr gemacht.
Die magische Zirkus-Atmosphäre, der typische Duft von Popcorn und frischen Sägespänen, die geheimnisvolle Welt der Zauberer, das Scheinwerferlicht und natürlich die rote Nase des Clowns - all dies steht für die Faszination des Zirkus. Zirkus Lumina, (vormals Cabali) ist so ein Zirkus, unter dessen Kuppel Träume wahr werden.
Der kleine Laden in der Schönower Straße in Panketal sieht dagegen eher unscheinbar aus. Hier gibt es eine kleine Auswahl an Artikeln, die für die Zirkuswelt stehen. Hier werden Interessenten von Dustin Jonas und Schwester Aylin Kulla empfangen. Im Büro erzählen die beiden ihre Geschichte „Unser eigener Varieté-Zirkus ist seit 2009 aktiv“, erzählt Dustin Jonas. Alles begann, als vor zehn Jahren ein Zirkusprojekt für Kinder in Klosterfelde ins Leben gerufen wurde. Seit 2008 findet dort auch das jährliche Sommercamp in Klosterfelde auf dem Sportplatz statt.
Nachdem das Team  damals zunächst noch von Schule zu Schule in Bernau und Zepernick als mobiles Zirkus-Projekt unterwegs war, kam die Idee, einen eigenen Varieté-Zirkus zu gründen und jährlich ein Zirkus-Projekt zu veranstalten. Und so ist das Zirkus-Sommercamp inzwischen ein alljährliches Erlebnisprojekt und soziales Lernfeld für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 15 Jahren. Längst hat es sich sogar bis über die Ländergrenzen hinaus herumgesprochen, so dass außer aus Berlin und Brandenburg auch Kids aus Belgien, Frankreich, der Schweiz und Kanada daran teilnehmen. In diesem Jahr sind auch erstmals syrische Flüchtlingskinder dabei.
Die Kinder verbringen hier eine vielseitige, erlebnisreiche Woche, in einer Art Zirkus- und Ferienlager-Atmosphäre. „Wenn die Kids am Sonntag hier ankommen, dann geht’s erst einmal ums gegenseitige Kennenlernen.“ Jeder hat sein eigenes kleines Zelt samt Schlafsack mitgebracht, denn übernachtet wird direkt in der Manege. Das ist sehr spannend. Für die Verpflegung ist gesorgt und es können die Sanitäreinrichtungen des SG Union Klosterfelde genutzt werden.
Dann heißt es, alle Zirkus-Disziplinen auszuprobieren und sich danach für zwei Sachen zu entscheiden. „Diese werden dann am Ende der Projektwoche vorgeführt“, informiert Jonas, der ausgebildeter Sozialpädagoge ist. Anschließend wird täglich vormittags und nachmittags jeweils zwei Stunden lang geübt. Etwa 80 bis 90 Kinder sind jedes Mal dabei. Sie werden von einem großen Team von über 20 Mitarbeitern trainiert. Alle sind ausgebildete Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit, Erzieher, Sportassistenten oder Jungtrainer.  Während der Projektwoche lernen die Kinder zum Beispiel Jonglieren, Einradfahren, Akrobatik, Luftartistik (am Trapez oder Vertikaltuch), Drahtseil-Laufen, Trampolin, Fakirtechniken, Clownerie und Zaubern. Wer ganz mutig ist, lernt auch das Feuerspucken. „Wir merken schnell, wer sich dafür eignen könnte oder nicht und wenden hier größte Sorgfalt an, wie auch bei allen anderen Disziplinen.“
Was fasziniert die Kinder eigentlich so am Zirkus? „Zirkus verbindet ohne Worte. Hier lernen Kinder, respektvoll miteinander umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Egal ob beim Jonglieren, Akrobatik, Trampolin, Einrad oder Luftartistik entsteht so auch eine Beweglichkeit für das ganze Leben. „Beim Zirkus-Projekt ist für jedes Kind etwas dabei. Sogar Angsthasen, die erst gar nichts machen wollen, sind dann glücklich, sich überwunden zu haben und traurig, wenn die Projektwoche wieder zu Ende ist“, wissen Dustin Jonas und Aylin Kulla.
Am beliebtesten sind Luftakrobatik, Feuerspucken und Trampolin. Gerade für die Akrobatik muss Kraft in den Armen entwickelt werden, um an einem Tuch hochklettern zu können. Beim Feuerspucken gibt’s zuvor Mutproben. Wer traut sich, mit der Hand durch die Flamme zu schlagen? Ein Erlebnis ist es auch, wenn die Kids auf Leitern ein Bild bauen. Was so einfach aussieht, erfordert Kraft und Geschicklichkeit. Am Ende der Projektwoche folgt der Lohn. Mit ihren Kunststücken erfahren die Kinder, was es heißt, Mut zu finden, Angst und Grenzen zu überwinden. Sie lernen, sich in ein Team zu integrieren und was für ein Gefühl es ist, nach einer Vorführung Applaus zu bekommen.
Wer Interesse hat mitzumachen: Das diesjährige Zirkusprojekt findet in zwei Kursen statt. Vom 29. Juli bis 4. August und vom 5. bis 11. August. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der Jugendkoordination Wandlitz und dem Schaustellerbetrieb Jonas statt.