Fast alle Oldtimertreffen fielen 2020 der Corona-Pandemie zum Opfer. In Jeserig aber waren Oldtimer willkommen  – und sogar eine „Corona“, aber nur aus Brandenburger Fertigung. Ein wunderbar restauriertes Corona-Motorrad aus dem Jahr 1924 erinnerte an die Zweiradschmiede und zählte zu den Schmuckstücken der Schau.
Zum fünften Mal hatten die Freiwillige Feuerwehr Jeserig und Mc Möbel zum Old- und Youngtimertreffen eingeladen. Erstmals an zwei Tagen, dafür ohne Catering. „Wir waren froh, dass wir in Abstimmung mit dem Ordnungsamt das Treffen überhaupt stattfinden lassen konnten, wenn auch unter Verzicht langer Schlangen an Essenständen. Also blieben die Gulaschkanone diesmal kalt und der Kuchenstand leer. Nachfragende Besucher haben den Grund stets verstanden und waren froh – wie wir – dass diese Schau ihre Fortsetzung fand“, berichtet Mitorganisator und Oldtimer-Fan Alexander Schiller.
Samstag rollten bereits 77 Fahrzeuge auf den Hof, am Sonntag dann 198. Dazu Hunderte Besucher. Mit gelben Bändchen für die Zuschauer und roten Bändchen für die Teilnehmer wurde gezählt und dafür gesorgt, dass nicht mehr als eintausend Menschen auf dem weitläufigen, abgesperrten und von Kontrolleuren bewachten Gelände waren. Hier nahmen die Young- und Oldtimer Aufstellung – von der kleinen Schwalbe bis zum kantigen Cadillac. Herausstechend waren diverse Schmuckstücke – so der 1972er Ford Grand Torino (mit 5,8 Litern Hubraum!), der schwarz-glänzende BMW 501 B aus dem Jahr 1954 und der aus Werder (Havel) angerollte Plymouth Plaza Club Sedan, ein knallrotes Kultmodel aus dem Jahr 1958 mit sechs Sitzen und Heckflossen.
Das Rennen um die drei schönsten Tagesmodelle machten nach Jurymeinung ein Trabant 500, eine BMW R11 und ein Tempo-Dreirad sowie am Sonntag ein Trabant 601, ein Ford Köln und ein Mercedes TE 230. Einen Sonderpreis gab es noch für ein makellos schönes Audi-F8-Cabrio. Lohn für alle ausgezeichneten Fahrer: ein Wochenende auf Rügen für je zwei Personen.