Die „Brücke 20. Jahrestag“ ist wegen ihres nahenden Abrisses am 19. Mai eine Großbaustelle. Seit Fertigstellung der neuen Anbindung der Spittastraße wird nicht nur am Altstadt-Bahnhof für die Fußgängerbrücke geschuftet, sondern beidseitig der rudimentären Europakurve geackert. Geländer und andere Aufbauten werden demontiert, indes rings um die Auto- und Motorradwerkstatt eine Schutzwand komplettiert wird – „als Schutz vor Staub und Abplatzungen“, begründet Frank Schmidt, Regionalbereichsleiter im Landesbetrieb Straßenwesen. Mit dem Druck der anstehenden Sprengung habe der Schutzmantel nichts zu tun, weil die Sprengung viel geringer ausfalle, als von vielen erwartet.

116 Kilo Sprengstoff genügen

Laut Schmidt genügen 116 Kilo Sprengstoff, um die Brücke in die Knie zu zwingen. Dafür werden Löcher in die Stützen gebohrt und kleine Sprengpatronen hineingesteckt. Die Sprengung sei dann eine Millisekundensache, bei der die bis zu sechs Meter hohen Pfeiler geknackt werden, sodass die Brücke senkrecht nach unten fallen kann, auf einem bergigen Sandbett landet und bricht.

Sperrkreis im 250-Meter-Radius

Da für die Sprengung ein Sperrkreis mit einem 250-Meter-Radius angesetzt ist, gebe es für Schaulustige nichts zu sehen. „Am besten ist, die Leute kommen erst gar nicht hin“, wünscht sich Frank Schmidt und versichert, „wir werden das Niederlegen der Brücke mit einer Drohne filmen und dann ins Netz stellen“. Die Brücken-Reste werden sodann abtransportiert, wobei aus zwei Gründen zuerst die Bahntrasse vom Bauschutt befreit wird: Die Freigabe der ab 15. Mai gesperrten Gleise muss bereits am 27. Mai erfolgen (Umgehungsstraße spätestens am 31. Mai), zudem fällt in diesem Bereich noch einiger Sondermüll an.

An der Brücke klebt Sondermüll

„Als Schutz vor den Dampfloks war die Brücke von unten mit Asbestplatten geschützt worden. Da sie vor Ort nicht abzutrennen waren, wird dieser Brückenteil eingehüllt und sackt verpackt nach unten. Das astbestbesetzte Material kommt dann in das westlich der Europakurve aufgestellte Zelt und wird dort sicher getrennt“, schildert Schmidt.