25 Jahre Zusammenarbeit konnten die Mitglieder der AG „Städtekranz Berlin-Brandenburg“ in dieser Woche bei ihrem 50. Treffen im Brandenburger Dom feiern – ein doppeltes Jubiläum also. Mit dabei: Verkehrsminister Guido Beermann, Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landesplanung, der die Schirmherrschaft über das Bündnis übernommen hat.

Minister Beermann will Städte in Fokus der Landespolitik nehmen

Er betonte bei der Zusammenkunft, dass die sieben Städte der AG – Brandenburg an der Havel, Luckenwalde, Jüterbog, Cottbus, Frankfurt/Oder, Eberswalde und Neuruppin – einen wichtigen Beitrag für Brandenburg leisten würden und zugleich „Motor und Anker für unser Flächenland“ seien. Zukünftig wolle er die Städte deshalb noch stärker in den Fokus der Landespolitik nehmen, beispielsweise bei der Überprüfung des Landesentwicklungsplans oder der Anpassung der Mobilitätsstrategie.

Mobilität, Lebensqualität und mehr als gemeinsame Herausforderung

Elisabeth Herzog- von der Heide, aktuell Vorsitzende der AG und Bürgermeisterin von Luckenwalde, sieht dafür in erster Linie die erfolgreiche Zusammenarbeit der sieben Städte über die vergangenen 25 Jahre verantwortlich: „Gemeinsam haben wir uns den Herausforderungen wie Konversion, Schrumpfung, Stadtumbau, Stadtimage, Lebensqualität, Mobilität und nun auch wieder Wachstum und dem Ausbau der sozialen Infrastruktur stellen müssen.“
Trotz aller Unterschiedlichkeiten zwischen den Städten und der Konkurrenz um Geld oder Einwohner gebe es dabei nach wie vor eine große Schnittmenge an gemeinsamen Interessen. Man sei zwar keine „Familie“, wisse aber, was man aneinander habe.

Mischung aus Nähe und Distanz

Es herrsche, so Herzog- von der Heide, „eine gesunde Mischung aus Nähe und Distanz“ zwischen den Städten. Im Endeffekt profitiere man aber wegen der Ähnlichkeit der Probleme davon, gemeinsame Bewältigungsstrategien zu entwickeln, erfolgreiche Musterlösungen anderer Städte zu übernehmen und in Gesprächen voneinander zu lernen – wenn auch in unterschiedlichem Maß.

Brandenburg an der Havel profitiert von Berliner Wohnungsnot

So verlieren etwa Frankfurt/Oder und Cottbus nach wie vor mehr Einwohner an Berlin, als sie Zuzug generieren. Ganz anders  Brandenburg an der Havel, das vor allem durch die Wohnungsnot und steigende Mieten in der Hauptstadt in Kombination mit einer guten Bahn- und Verkehrsanbindung steigende Einwohnerzahlen von Berlinern verzeichnet.
Auch in Sachen Digitalisierung und schnellem Internet sei man längst nicht auf einem Stand, das habe die Corona-Pandemie deutlich gezeigt. Beermann sagte jedoch zu, diese Probleme anzugehen: „Die Städte in der zweiten Reihe rücken durch vermehrte Arbeit im Home-Office gefühlt immer dichter an die Metropolen-Region Berlin-Potsdam heran. Das wird im 2019 verabschiedeten Landesentwicklungsplan  berücksichtigt.“

Interviews mit den Städten zur Stadtentwicklung

In wie fern die Planungen überarbeitet werden müssen, sollen dann Interviews mit den Städten zur geplanten Stadtentwicklung zeigen.
Neue Konzepte seien, genau wie in den vergangenen 25 Jahren, aber auch zukünftig gefragt, um die Entwicklung der Städte „in zweiter Reihe“ voranzubringen, waren sich die Vertreter der AG einig.