Dabei zeigte sich gleich die erste Maiwoche zumeist wechselhaft mit leichtem Regen bzw. Schauern; am 5. prasselte sogar zweimal Hagel aus den dicken Wolken. Da verwunderte es  kaum, dass sich die Mauersegler mit einigen Tagen Verspätung erst am 7. für ihren dreimonatigen Aufenthalt wieder einfanden. Eine kurze Phase angenehmen Frühlingswetters folgte dann dank Hoch "Paul", es brachte am 10. mit 25,3 Grad den ersten Sommertag. Aber die sogenannten Eisheiligen hatten diesmal deutlich mehr zu sagen als in den Vorjahren. Nach einem Temperatursturz von immerhin 20 (!) Grad binnen weniger Stunden wurden am Morgen des 11. in Begleitung von 11 Litern Regen lediglich noch 5,3 Grad registriert. Dem folgten Stunden später als niedrigster Höchstwert des Mais gerade einmal 7,2 Grad. Am nächsten Morgen lag das Quecksilber in der Frühe bei 1,9 Grad, am Beetzsee in Ketzür waren es sogar minus 1,5°.
Zwischen den Hochdruckgebieten "Quirinius" ab 14. sowie "Rolf" und "Paul" ab 21., die uns Sonnenschein bis zu fast 16 Stunden täglich brachten und die Temperaturen auf über 20 Grad ansteigen ließen (insgesamt 14 mal im Mai), sorgte einmal mehr dann Tiefdruckeinfluss für "Ungemach". Ja, das Geschehen blieb eine Art Gemischtwarenladen. Dafür stand z. B. der 24. mit stürmischen Böen, schnell wechselnder Bewölkung sowie dem ersten diesjährigen Gewitter. Eher typisches Aprilwetter im Mai! Nach diesem Rückfall verwöhnte schließlich "Steffen" bis über den Monatswechsel hinaus, wobei es weitgehend  bei mittelwarmen Tagen blieb. Indes schaffte es "Klärchen" noch auf eine monatliche Summe von fast 215 Stunden. Das erbrachte für den nun beendeten meteorologischen Frühling seit 1. März beachtliche 705 Stunden (Berlin: 710 h). Zugleich erreichte die Temperatur in diesen drei Monaten ein Mittel von 10,2 °. Ergo: es war um 1,7 Grad zu mild. Dabei allerdings erforderten die Heizungen in unserer Stadt bis zum letzten Maitag mehr oder weniger noch Fernwärme.

Manfred Lutzens Wetterhistörchen – Mai 2020