Ihre Herbstausstellung widmet die Kunst-Galerie „Sonnensegel“ am Gotthardtkirchplatz gern Menschen, die einen Bezug zur Galerie haben. Im Fall von Gordon Welters war der sogar wegweisend. 1974 in Brandenburg an der Havel geboren, scheint sein Weg nach Schule und Abitur familiär vorgezeichnet: ein Ingenieurstudium soll sich anschließen – gleich nach dem Zivildienst, den er in der Galerie „Sonnensegel“ ableistet. „Ein Wendepunkt in meinem Leben“, schildert Welters, der in dieser Zeit andersdenkende Menschen trifft und sein Gespür für Kunst entdeckt. Dennoch trägt er sich anschließend fürs erwartete Studium an der Uni Erfurt ein, kauft sich aber eine Kamera und geht ins Ausland, lichtet ursprüngliche Landschaften und Naturvölker ab.

Zeitungsfotograf statt Ingenieurstudium

Sein Studium bricht er schließlich kurz vor dem Diplom ab, arbeitet lieber als Zeitungsfotograf in seiner Heimatstadt – bis er nach Hamburg zieht, sich einer Agentur anschließt und auf Reportagefotografie spezialisiert. Als seine Bildstrecken in der New York Times auftauchen, wird man auch in Deutschland auf ihn aufmerksam und er bekommt Aufträge von Der Spiegel, Die Zeit, Stern, GEO. Seine Reportagen führen ihn nach Palästina, Kasachstan, Bangladesch, Indonesien, in den Senegal, nach Kuba, Kanada, durch Europa. Er ist international im Einsatz und gefragt, findet sich oft in großen Fotoausstellungen wieder und wird vielfach ausgezeichnet. Warum, lässt sich in der jüngst eröffneten „Sonnensegel“-Ausstellung erahnen, die ein Querschnitt seines Schaffens zeigt – Porträts, Tier- und Landschaftsaufnahmen, „Streetphotography“, Reportage-Fotografien. Zu sehen bis zum 25. Februar 2022 am Gotthardtkirchplatz 4/5.