Drei Wochen früher als bisher und somit bei bestem Spätsommerwetter. Das zahlte sich aus. Die Fahrzeugschar hat sich zum Vorjahr beinah verdoppelt und der Platz des Mc-Möbel-Freigeländes kaum noch ausgereicht.
Mitorganisator und Platzeinweiser Alexander Schiller kam unter seiner Warnweste ganz schön ins Schwitzen und gestand zur besten Mittagszeit: "Bei 320 Teilnehmern haben wir aufgehört zu zählen." Im Hintergrund riss die Schlange wartender Old- und Youngtimer nicht ab. Der nächste schicke VW Käfer wollte aufs Gelände, gefolgt von einem VW Bus und dem nächsten Cadillac. Überhaupt waren unglaublich  viele amerikanische Schlitten zu bewundern, die mit ihren wenig dezenten Fahrzeugmaßen dazu beitrugen, dass der Ausstellungsplatz immer knapper wurde.
Rund um alle Möbelhallen standen sie schließlich – die Schmuckstücke Hunderter stolzer Fahrer. Mittendrin Hannelore und Peter Fröhlich aus Brandenburg an der Havel. Stammgäste, frühe Gäste und somit im Zentrum platziert. Dem Ford T würdig, mit dem sie angereist waren. Ein Modell aus dem Jahr 1917 – prächtig in Schuss und weitgereist, wie die große Hinweistafel verriet, die auch für die beiden benachbarten Wagen galt. Zu dritt waren sie im Mai beim Oldtimertreffen im russischen Kaliningrad. Der 69er Mercedes von Hubert Henemann und der 1982er Cadillac von Jörg Fischer (beide aus Fohrde) auf eigener Achse, Fröhlichs Ford ausnahmsweise per Trailer – wegen der fast 800 Kilometer. Jörg Fischer kam trotz 4,1-Liter-Maschine mit einer Tankfüllung (95l !) hin, freute sich dann dort, für 64 Cent pro Liter auffüllen zu können. Und er nahm einen Pokal fürs Parcours-Fahren mit heim. Am meisten aber war er von der Stimmung beeindruckt, von der internationalen Teilnehmerschar und dem großen Interesse in der Stadt. Wobei das Interesse schon an der Grenze angefangen habe, wie Hubert Henemann erzählt. Die Grenzer seine alle zusammengelaufen, hätten sich die Wagen genau angeschaut und gestaunt. "Kaliningrad hat das noch getoppt. Solche Begeisterung habe ich noch nicht erlebt." Jeserig indes sei auf einem guten Weg, wie beim nunmehr vierten Old- und Youngtimertreffen auch die mächtige Schar der Teilnehmer und Schaulustigen offenbarte. "Sonst gibt es nur Youngtimer- oder Oldtimertreffen und hier beides zusammen. Auch zahlt sich aus, dass wir mit dem Termin drei Wochen vorgerückt sind. Wetter toll, Stimmung toll!", zog Alexander Schiller ein kurzes Zwischenfazit, bevor die nächsten Wagen platziert sein wollten. Gegen 13 Uhr machte sich eine Jury auf, die schönsten Fahrzeuge und somit die Gewinner der Ostsee-Kurztripps herauszufinden. Die Entscheidung fiel zugunsten eines Moskwitschs, Plymouth und Dürkopp-Zweirades. Verdient hätten es alle.