Schnelligkeit ist eine sehr subjektive Wahrnehmung. Während es vielen Brandenburgern mit dem Planen und Bauen der neuen Brücke am Altstadt-Bahnhof nicht schnell genug gehen kann, gibt es auch Kritiker des verkürzten Planverfahrens, das den Neubau bis 2026 ermöglicht. Ihnen hält der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses vor: „Wollen Sie in ein Planfeststellungsverfahren gehen, wird die Brücke nicht vor 2030 stehen!“ Georg Riethmüller zählte zu den Gästen des Bürgerforums, zu dem Oberbürgermeister Steffen Scheller und der Landesbetrieb Straßenwesen ins Audimax eingeladen hatten. Knapp 80 BrandenburgerInnen wollten hören und sehen, wann und wie die B1/B102 zwischen Magdeburger Straße und Landstraße überbrückt werden soll.

Auf Ausführungsplanung folgen Vergabeverfahren und Baudurchführung

Landesbetriebs-Regionalleiter Frank Schmidt kündete von gegenwärtigen Anlaufgesprächen für die Ausführungsplanung, gefolgt vom sechsmonatigen und europaweiten Vergabeverfahren. „Wenn alles glatt läuft, gehen wir im Dezember 2022 in die Baudurchführung und können im Spätfrühling 2022 mit dem eigentlichen Brückenbau beginnen“, so Schmidt. Erst werde die Südseite überbrückt, sodass im Sommer 2024 eine Teilfreigabe möglich würde; die Straßenbahnspur komme zuletzt. Zur Fertigstellung verspricht Schmidt: „2026 werden wir eine Verkehrslösung haben, die allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird“.

Brandenburg an der Havel

Für Schutzkreuzungen und gegen Baumfällungen

Vereinzelt forderten Gäste statt des Bautempos Mitspracherecht ein – und Schutzkreuzungen für die Fahrradfahrer wie in den Niederlanden, die Eurokurve an alter Stelle statt auf der Wohngebietsseite und keine Baumfällung für das Verschwenken des Zentrumsrings, der auch nicht – wie geplant – mit 70 km/h zu befahren sein müsste. Mangelndes Interesse, die Bürger einzubeziehen, warf man den Planern vor. Frank Schmidt hielt dagegen, die wenigen Kritiker nie im Stadtentwicklungsausschuss gesehen zu haben, wo er regelmäßig informiere. Riethmüller präzisiert: „Jeden zweiten Mittwoch im Monat ist Sitzung und die Brücke immer wieder Thema“. Er ist überzeugt: „Die Planung ist vernünftig.“