Die Startschwierigkeiten auf der 30.000 qm großen Brache am Gallberg, zwischen August-Bebel-Straße und dem Quartier des Landesinnungsverbandes des Schornsteinfegerhandwerks gelegen, sind noch immer nicht überwunden. Nachdem im Jahr 2019 Erschließungsstraßen und Parkplätze entstanden waren, sollten alsbald die Vorhaben der drei Projektpartner Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e.V., Promnitz-Therapiezentren sowie Senioren- und Pflegezentrum Brandenburg gGmbH reifen.

Kitaneubau fordert Geduld

Doch die einst auf 20 Mio. Euro geschätzte Kinder-, Gesundheits- und Senioren-Oase zerrt weiter am Geduldsfaden. Vorübergehend auch wieder beim einzig begonnen Projekt. Der Rohbau für die 24-Stunden-Kita des Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e.V. wächst nach vielen Verzögerungen seit Oktober 2020, musste nun aber wetterbedingt auf halber Höhe pausieren. „Wieder vier Wochen, die die Fertigstellung hinauszögern“, rechnet Lebenshilfe-Vorstand Matthias Pietschmann beim Blick auf die zugefrorene Baustelle am 11. Februar.

Bauarbeiten laufen wieder an

Dass sich zehn Tage später Frühlingsgefühle anbahnen, ahnte er da noch nicht. In der 8. Kalenderwoche kann die mit dem Rohbau beauftragte O&F Bauunternehmung GmbH aus Rathenow wieder richtig loslegen – die vorbereitete Geschossdecke gießen und das begonnene Obergeschoss auf dem Südriegel mauern. Die Kubatur des Massivbaus offenbart sich längst: U-förmig ist der auf Sport, Gesundheit und Naturwissenschaften orientierte Kindergarten angelegt.

Platz für 204 Kinder

In dem 54 Meter langen, 42 Meter breiten und 7,75 Meter hohen Gebäude entstehen 2.800 Quadratmeter Nutzfläche, die sich auf 77 Räume im Erdgeschoss sowie 57 Räume im Obergeschoss verteilen. Platz für 204 Kinder – 54 im Hort- und voraussichtlich 70 im Krippen- sowie 80 im Kita-Bereich. „Die genaue Aufteilung lässt sich erst aus der Betriebszulassung ableiten“, schildert Pietschmann, der als nun unumstößliches Ziel vor Augen hat: „Im Oktober wollen wir öffnen.“

Bewerbungen schon jetzt möglich

Davon ist auch Kristin Gebur überzeugt. Sie leitet die im Vorjahr gegründete Kindergarten-AG. „Wir bereiten alles vor, besprechen regelmäßig, welche sächliche Ausstattung wir brauchen, was wir bestellen müssen, wie wir Eltern und Kinder für die Einrichtung begeistern können und ebenso Mitarbeiter.“ Pädagogisches Personal wird gebraucht, ebenso Hauswirtschaftskräfte und die Hortleitung. Interessenten, „gern auch mit Handicap und sogar mit Rollstuhl“, können sich jederzeit in der Lebenshilfe-Zentrale in der Kurstraße 18 melden, Tel. 03381/7933808.

Anmeldungen für Kinder ebenfalls möglich

„Eltern, die ihre Kinder rechtzeitig vormerken lassen, wollen wir auf jeden Fall auch eine Übergangslösung ab Beginn des neuen Schuljahres anbieten“, versichert Kristin Gebur, der die Vorfreude auf den Kita-Start am Gallberg ins Gesicht geschrieben steht. Allein die Gestaltung des Außenbereiches sorgt für Dauerlächeln: „Erdmassen aus der Baugrube werden als Berg zum Klettern und Rodeln erhalten, einen Bolzplatz wird es geben, eine Obstbaumwiese mit Grillplatz, ein Naschgarten mit Bienenhaus und zwei Rutschen, die aus dem Obergeschoss zum Hof führen.“

Tag der offenen Baustelle geplant

Laut Pietschmann eine der besonders schönen Idee der r.a.p.-Gebäudeplaner, denn die Rutschen mit dem hofseitig umlaufenden Laubengang dienen sogleich als  „zweiter Rettungsweg“.  Nicht zu vergessen die Dachterrasse an den beiden Wohnbereichen, die je sechs Kindern Übernachtungsmöglichkeiten bieten.
Erste Einblicke in die 7,8 Mio. Euro teure 24-Stunden-Kita sollen am 15. Juni beim „Tag der Baustelle“ möglich sein – eine dann hoffentlich coronabefreite Kombination aus Richtfest und Tag der offenen Tür, „an dem nachträglich auch noch ein Grundstein gelegt werden soll“, verrät Matthias Pietschmann.