Zur Straße „Pardiun“ in der Brandenburger Altstadt ist nachzulesen: „Der altgewohnte Name Parduin ging zunächst auch auf die fleckenartige Siedelung bei St. Gotthardt über (…) und wurde erst allmählich durch den der ‚Altstadt‘ verdrängt, seitdem südlich von der Dominsel eine neue bedeutende Ansiedlung (die Neustadt, Anm. d. Red.) entstanden war.“

Zollfreiheit und eigener Markt

Weiter heißt es: „Vermutlich schon i. J. 1170 bei Erteilung der Zollfreiheit besaß die Altstadt einen Markt und genoß städtisches Ansehen sowie die Anwartschaft auf eine Hauptstadt des Markgrafen. So begünstigt, überflügelte sie bald das alte Wendendorf, ja schloß es bei Anlage seiner Umwallung aus und drückte es zu seiner Vorstadt, dem Wendkietze herab.
Aus dessen Feldern bildete man wohl die 1275 urkundlich genannten ‚alten Hufen‘ der Altstadt. Während dieser schon 1280 der Wortzins erlassen wurde, verblieb der Kietz bis zum Jahre 1308 im Besitze des Markgrafen und stets außerhalb der altstädtischen Befestigung, die ihn durch Mauer und Graben auch von St. Gotthardt trennte (siehe den Hedemannschen Stadtplan…).“

Parduiner Tor auf der Dominsel

Außerdem nachzulesen: „Das Parduiner Tor (1238: porta quae ducit versus Parduin, Riedel VIII, 153) … lag nicht in der Altstadt, sondern auf der Dominsel (siehe Seite CI und 323). Als Vorstadt der Altstadt wird der Wendkietz bereits i. J. 1204 charakterisiert, insofern darin von dem Mühltor, also in der Gegend des noch bestehenden Heiliggeist-Spittels, das meist in Vorstädten belegene Hospital St. Spiritus lag.“