Das Publikum dankte mit viertelstündigem Applaus für den mehr als zweistündigen Theatergenuss, den das 43-köpfige Ensemble auf der Bühne bereitet hatte. Dessen Spielfreude stützten ebenso begeisternd die Brandenburger Symphoniker unter Leitung von Hannes Ferrand (und unter der Bühne). Großes Lob gebührt zudem Choreografin Marie-Christin Zeisset sowie Kostüm- und Bühnenbilddesignerin Patricia Walczak. Einzig im zweiten Bühnenbild darf man nicht in Versuchung und somit in Trance geraten, der in Zeitlupe auf der Leinwand hin- und herwogenden Blume zu folgen. Wer ihr widersteht, erlebt einen rundum gelungenen Theaterabend, in dessen Pause sogar leckere Gurkensandwiches serviert werden, worauf die vom Butler gern servierten Gurkenbrötchen als Running Gag Appetit machen. Apropos Butler: der spielt einmal mehr eine tragende Rolle – ja, sogar die Doppelrolle, wobei es der grandios darstellende Gunter Sonneson nicht belassen kann…
"Mein Freund Bunburry" ist abermals zu erleben am 17. Oktober, am 28., 29., 30. und 31. Dezember und als Eigenproduktion des Brandenburger Theaters ein schöner Beweis dafür, dass Brandenburg nicht auf Musiktheater festgelegt ist, sondern noch immer Tanz und Schauspiel beherrscht. Oder wie Premierengast Udo Geiseler (Kulturausschuss) begeistert zusammenfasst: "Wir können drei Sparten!"