Die Wasserlage der Stadt Brandenburg an der Havel ist großartig – allerdings auch problematisch, wenn bei der Vielzahl notwendiger Brücken einige zeitgleich zum Reparaturfall werden – beginnend mit der am 5. Dezember 2019 ganz plötzlich gesperrten „Brücke 20. Jahrestag“. Wegen rostender, reißender Spannstähle war sie nicht zu retten und wurde am 19. Mai 2021 gesprengt. Die „Altstadtbrücke“ als Ersatzneubau wird es frühestens 2025 geben.
Im Juni 2021 meldete das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt einen ähnlichen Problemfall: die Quenzbrücke. Wegen „Materialschwächen des in der Tragkonstruktion der Spannbetonbrücke verbauten Spannstahls“ wird der Verkehr einspurig über die innenliegenden Fahrspuren je Fahrtrichtung geleitet und die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt. Im Dezember folgte die Begrenzung auf Fahrzeuge bis 16 Tonnen (ausgenommen ÖPNV und Feuerwehr), weswegen der Görden nun auch schwerwiegenden Umleitungsverkehr abbekommt. Für die nächste fünf Jahre! Eine neue Quenzbrücke ist in Planung und soll nordöstlich der alten bis 2026 entstehen.

Die Reparatur der hölzernen Näthewindebrücke

Dagegen schien die für Herbst 2021 geplante Reparatur der hölzernen Näthewindebrücke eine Kleinigkeit, wenngleich selbst die mit 250.000 Euro zu Buche schlagen sollte. Jedoch stellte sich während der Arbeiten heraus, dass insbesondere die Holzleimbinder-Bögen stärker geschädigt sind, als bei der letzten Brückenprüfung festzustellen war. Inzwischen steht fest, die tragenden Holzbögen müssen ausgetauscht werden, wofür die Brücke nach unten abzustützen ist. Bis Anfang Mai 2022 soll sie ertüchtigt werden, was voraussichtlich 570.000 Euro kosten wird und von den Stadtverordneten noch abzusegnen ist.

Die Rettung des Denkmals Plauer Brücke

Teurer als geplant wird auch die Rettung des Denkmals Plauer Brücke. Ein Großteil der Stahlkonstruktion ist schon gesichert, stabilisiert und konserviert. Die zweite Brückenhälfte ist nächstes Jahr dran. 2,6 Mio. Euro sollte die Restaurierung kosten, doch verlangen größere Schäden sowie das aufwändige Einhausen des Gerüsts und die Entsorgung abgestrahlter Materialien weitere 300.000 Euro.
Laut Stadtchef Steffen Scheller werden die Mehrkosten derzeit beziffert und aufgelistet, verbunden mit der Hoffnung, dass es dafür Landesgelder gibt. Ist der stählerne Gigant gerettet, greift auch die Stadt tief in die Tasche und sorgt mittels 400.000 Euro dafür, dass anstelle der einstigen Fahrbahn dann Fußgänger und Radfahrer die Brücke nutzen können. Unklar ist noch immer, wer für die Rettung der eingelagerten, filigranen Schmuckgeländer aufkommt.