Wird der Alte auch der Neue? Das Fragezeichen ist durchaus berechtigt, denn der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Wiesenburg/Mark läuft auf Hochtouren. Derzeit stellen sich die Kandidaten vor.
Vier Kandidaten möchten gern auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen. Zu ihnen gehört auch der derzeitige Amtsinhaber Marco Beckendorf. Er möchte das, was er begonnen hat, auch zu Ende bringen.

Marco Beckendorf wurde 2014 mit 32 Jahren zum Bürgermeister gewählt

Marco Beckendorf und Ehefrau Melanie werden bleiben. Egal, wie die Bürgermeisterwahl am 11. September ausgeht. Deshalb hat der amtierende Bürgermeister auch mehr als einen Plan A in der Tasche. Als er sich 2014 für das Amt des Bürgermeisters bewarb, war er gerade einmal 32 Jahre alt. Somit zählte er zu den jüngsten Bürgermeistern des Landes Brandenburg. Erfahren hatte er vom vorzeitigen Rückzug der damaligen Bürgermeisterin Barbara Klembt aus der Presse. Er vereinbarte einen Gesprächstermin mit Barbara Klembt und kandidierte. Gut vorbereitet fühlte sich der gebürtige Prignitzer. Marco Beckendorf hat Regionalwissenschaften in Potsdam studiert, mit dem Schwerpunkt auf die Entwicklung im ländlichen Raum und später ein Studium im Bereich Finanzen in Königs Wusterhausen begonnen. Das konnte er jedoch nicht beenden, denn er gewann die Bürgermeisterwahl in Wiesenburg.

Beckendorfs Maßnahmen, teils unkonventionell und auch umstritten, zeigen Erfolge

Das klare Ergebnis hatte ihn überrascht. Sein Motto damals war: Für den Erhalt der Gemeinde! Die stand finanziell nicht gerade auf soliden Füßen. Dank seiner Tätigkeiten in verschiedenen Verwaltungen, besonders in der Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin, hat Beckendorf auf diesem Gebiet Erfahrungen.
Durch teils unkonventionelle und auch umstrittene Maßnahmen gelang es ihm, den Wiesenburger Haushalt zu stabilisieren. „Der Rückenwind von damals hat dazu beigetragen, viele Beschlüsse durchzukriegen“, zieht Beckendorf Bilanz.

Der Bürgermeister blickt zuversichtlich in die kommenden Jahre

Deshalb gilt es jetzt: Gemeinsam für die Zukunft der Gemeinde. 10 Millionen Euro Fördergeld stehen dieser für die nächsten fünf Jahre zur Verfügung. Die Gemeinde hat die Niedrigzinsphase von 0,015% ausgenutzt, um zu investieren. Inzwischen steht auch das notwendige Personal für die zukünftigen Aufgaben zur Verfügung. Keine Diskussionen gab und gibt es für Marco Beckendorf in den Bereichen Schule, Kita und Freiwillige Feuerwehr. Über zwei Millionen wurden in letzter Zeit in die Schule gesteckt, neue Löschfahrzeuge angeschafft. „Unsere Kitas bleiben alle offen“, macht er seinen Standpunkt nochmals deutlich. Nur so besteht die Chance auf Bevölkerungszuwachs. Das Leben auf dem Lande muss wieder interessant und lebenswert werden!

Marco und Melanie Beckendorf bauen derzeit ihr Zuhause in Welsigke bei Grubo

Beckendorf hofft, die begonnenen Projekte Drahtzieherei, Brauerei und auch Kodorf weiter als Bürgermeister begleiten und entwickeln zu können. Was, wenn nicht? „Wir bleiben in der Region.“ Immerhin baut die junge Familie, zu der inzwischen auch zwei Kinder gehören, in Welsigke bei Grubo ein Haus. Ehefrau Melanie unterstützt ihren Mann. Bereits für den ersten Wahlkampf hat sie die Fotos für die Kampagne gemacht. Sie steckt zurück, arbeitet vier Tage im Homeoffice, kümmert sich um die Kinder und hält ihrem Mann den Rücken frei. „Wenn ich nicht wieder gewählt werden, ist sie dran, mit Karriere machen“, sagt Marco Beckendorf. So lautet die Abmachung.
Er selbst kann sich eine Arbeit in einer anderen Verwaltung vorstellen, auch seinen Job in Berlin könnte er wieder aufnehmen, so wurde es vor acht Jahren vereinbart. Doch Marco Beckendorf kämpft um den Sieg!