Zahlreiche Geschäfte, Schaufenster und Einkaufszentren in Deutschland leuchteten am Montagabend knallrot. Die Lichtaktion fand im Rahmen der Initiative „Das Leben gehört ins Zentrum“ statt, zu der sich zahlreiche namhafte Handelsunternehmen zusammengeschlossen haben – darunter auch die Shopping-Center-Betreiberin ECE, die u.a. das Brandenburger Einkaufszentrum Wust betreibt. Dort „sendete“ der Eingang „Brielower Tor“ von 18 bis 20 Uhr in der leuchtenden Signalfarbe.

Die Lage ist existenzbedrohend

Mit der gemeinsamen Aktion wollen Händler deutschlandweit auf die existenzbedrohende Lage vieler Geschäfte und Handelsunternehmen infolge des anhaltenden Lockdowns wegen der Corona-Pandemie aufmerksam machen und im Vorfeld der anstehenden Konferenz der Ministerpräsidenten für eine schnelle Öffnung des Einzelhandels werben.
„Mit der Aktion wollen wir ein klares Zeichen setzen und zeigen: Der Handel blutet aus! Viele Händler stehen mit dem Rücken zur Wand, der anhaltende Lockdown gefährdet zahlreiche Geschäfte in ihrer Existenz und Arbeitsplätze im Handel. Daher ist eine schnelle Öffnung der Geschäfte dringend erforderlich. Das geht nachweislich mit Sicherheit und Verantwortung:

Einzelhandel ist kein Infektionstreiber

Zahlreiche Studien belegen, dass der Einzelhandel kein Infektionstreiber ist. Auch das Robert-Koch-Institut bewertet das Infektionsrisiko im Einzelhandel ausdrücklich als niedrig“, so Stephan Raml, Center-Manager des Brandenburger Einkaufszentrum Wust. Zudem haben die Geschäfte und Center bereits im vergangenen Jahr umfangreiche Hygiene- und Präventionskonzepte eingeführt, die auch weiterhin konsequent umgesetzt werden sollen.

Keine Alternativen

Die viel diskutierten ‚Click & Meet’-Angebote oder vergleichbare Ideen seien keine Alternative. Im Gegenteil: „Die Kosten für Personal und Ladenbetrieb sind zumeist höher als die Umsätze, so dass derartige Angebote die aktuellen Verluste nur weiter erhöhen würden“, weiß Stephan Raml.

Auch das Hotel- und Gaststättengewerbe leidet

Im Laufe des Tages hatten sich bereits andere Gewerbetreibende öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt. Darunter viele Gastronomen, die auf ihre katastrophale Wirtschaftslage aufmerksam machen wollten, in dem sie zeigten, wie schön es sein könnte. So hatte beispielsweise das im Vorjahr eröffnete „Hotel Brandenburger Dom“ Einblicke in seine Gastlichkeit im Vorgarten präsentiert – mit liebevoll dekorierten Sitzmöglichkeiten und Schlafgelegenheiten. „So schön könnte es sein“, signalisierte das Begleitpersonal mit hoffnungsvoller Mine.
Mögen all die Signale bei den Entscheidungsträgern ankommen und deren aufzuzeigender Weg aus dem Lockdown der richtige sein.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.