Der Band zum Jubiläum berichtet von den Anfängen des Bistums Brandenburg im 12. Jahrhundert, von spätgotischen Umbauten und der repräsentativen Backsteinarchitektur, von Umbrüchen und Beständigkeit im Glauben, vom Umgang mit dem Kirchenraum und seiner Ausstattung, aber auch von der Sorge um das Denkmal. Einzelbeiträge widmen sich unter anderem den Sanierungen und der Denkmalpflege vom 19. bis ins 21. Jahrhundert, den Retabeln des Domes, der Studienbibliothek, dem Predigerseminar, dem Domstiftsarchiv und der zum Domstift gehörenden Land- und Forstwirtschaft.
All diese Bereiche, die bedeutende und umfangreiche Geschichte in einem Band zu vereinen, sei eine große Herausforderung, erklärt Cord-Georg Hasselmann, Kurator des Domstifts"Dies ist den Autoren auf außerordentliche Art und Weise gelungen", betont der Kurator im Rahmen des Festaktes, bei dem er zugleich Verleger André Förster und Museumsleiter Dr. Rüdiger von Schnurbein für ihre Arbeit dankt.
Rüdiger von Schnurbein, der maßgeblich an der Festschrift beteiligt war, bedankte sich ebenfalls bei den zahlreichen Autoren. Es sei ein hochinteressantes Werk entstanden, an dem sich nicht nur Historiker und Kirchenwissenschaftler beteiligt hätten, sondern auch Bauingenieure und Architekten. Die Festschrift spiegele die besondere Geschichte des Brandenburger Doms wider.
St. Peter und Paul steht dort, wo Brandenburgs Weg in die Geschichte begann. Hier befand sich die "Brandenburg", der Dom, die Stadt, die Mark und das heutige Bundesland ihren Namen verdanken. In diesem Jahr wird die Wiege Brandenburgs 850 Jahre alt. Damit zählt er zu den frühesten monumentalen Bauten der nordeuropäischen Backsteingotik.
Über Jahrhunderte hinweg waren Markgrafen von Brandenburg und später die Könige von Preußen dem Dom auf das Engste verbunden. Sie ließen ihn immer wieder, entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligen Zeit, umbauen. So wurde er zu einem der bedeutensten Bauwerke Brandenburgischen Landesgeschichte. Auch die jüngsten Umbauten verraten den Geist ihrer Zeit.
Von 1995 an konnte der vom Einsturz bedrohte Dom durch umfassende Baumaßnahmen gerettet werden. Seit der im Sommer 2014 abgeschlossenen Sanierung des Domes erstrahlt das Wahrzeichen der Stadt Brandenburg an der Havel in einer seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenen Schönheit.
Der Museumsleiter des Domstifts Brandenburg, Dr. Rüdiger von Schnurbein, mit der neuen Festschrift. Foto: R. Kerschek
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