Die Dominsel war Standort einer slawischen Niederungsburg und sie ist die „Wiege der Mark Brandenburg“. Denn: „Hier gründete König Otto I. im Jahr 948 das Bistum Brandenburg“, ist auf www.dom-brandenburg.de nachzulesen. Die Gründungsurkunde wird im Dom aufbewahrt, wie so viele Schätze. BRAWO hat die „Schatzkiste Dom“ geöffnet.
 Natürlich gehören sie in eine Kirche, die prächtigen Skulpturen, Kruzifixe und Altarbilder. Sie repräsentieren das unendlich Wertvolle des christlichen Glaubens und die Bedeutung der Heiligen. Nicht zufällig sind die Heiligen in prächtigste Gewänder gehüllt, prächtiger als Könige. Die Gewänder ähneln bis ins Detail den seidenen Vorbildern, wie man sie im Domschatz sehen kann. Da die Bedeutung von Personen ihren Ausdruck in der Kleidung fand, mussten die Heiligen oder der Erzengel prächtiger als Könige gekleidet sein.

Gold als die Farbe des Wertvollen, Mächtigen, Göttlichen

Sicherlich fällt auch der goldene, gemusterte Mittelschrein auf. Beim Hochaltar wird dies sehr deutlich. Er wirkt wie ein goldenes Schatzkästchen und ahmt das Muster wertvoller Stoffe nach. Gold ist die Farbe des Wertvollen, Mächtigen, Göttlichen. Außerdem verleiht der goldene Hintergrund, der das flackernde Kerzenlicht reflektiert, den davorstehenden Figuren eine besondere Wirkung. Man kann von einer Inszenierung sprechen. Und doch ist der Schrein mehr Schein als Sein.

Verpackt in ein goldenes Gewand

Natürlich besteht er nicht aus purem Gold. Er ist aus Holz gezimmert. Die Muster sind in die geglätteten Holztafeln eingeschnitzt und dann mit Blattgold belegt worden. Umgekehrt funktioniert diese Technik natürlich auch: Man schnitzt das Muster in Holztafeln und nutzt diese als Pressmodel, als Negativ. Ein dünnes Blech wird dann in das Model hineingepresst und gibt das Bild oder Muster als Positiv, also als Relief wieder. Anschließend wird die Rückseite des Blechs mit einer Stabilisierungsmasse bestrichen.

Spiel mit Licht und Schatten

Schließlich wird das Blech auf das Gemälde, das Möbelstück oder die Skulptur aufgebracht und kann bemalt werden. So erhielten der Heilige Erasmus auf dem Allerheiligenaltar seine wertvolle Gemme auf der Brust und die Predellentafel einen goldenen Rahmen. Die Wirkung entsteht wie bei jedem Relief durch das Spiel von Licht und Schatten – je höher das Relief oder je tiefer das Schnitzmuster, desto größer der Schattenwurf. Ein simpler Trick, der aber eine große Wirkung erzielt und das Abbild des Kostbaren prächtig in Szene setzt.

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