"Eigentlich haben wir in diesem Jahr einen eher kleinen Geburtstag. Unser 30. Jubiläum haben wir letztes Jahr ganz groß gefeiert. Allerdings fällt unser 31. Bestehen mit der Feier der friedlichen Revolution zusammen. Eine ganz besondere Revolution, welche vollkommen ohne Gewalt auskam und durch viele verschiedene Zufälle überhaupt erst zustande kommen konnte. Und somit ist unser Fest in diesem Jahr doch größer als ursprünglich vermutet", erläutert Raymund Menzel, Leiter des Jugendhauses.
Besonderes Highlight der sonntäglichen Feier war deshalb auch die Eröffnung der Ausstellung "Der Blick zurück", die den Wandel des Hauses von einer Pfarrstelle zur Sozialdiakonie in Bild und Text aufzeigt. "Das gesamte café contact Team hat recherchiert, Interviews geführt und Filmmaterial gesichtet. Herausgekommen ist dabei eine schöne Sammlung, die sich auf die Zeit von 1980 bis 1990 erstreckt. In dieser Zeit hat mein Vorgänger Kuno Pagel sich als Begründer des Hauses um dessen Aufbau und die vielen sozialen Aspekte gekümmert. Ihm war das Bemühen um Freiheit und Menschen, denen es nicht gut ging, ein Herzensanliegen. Zur damaligen Zeit war dies etwas vollkommen Neues und so stand dieses Oppositionelle Haus unter strengster Beobachtung der Stasi", berichtet Menzel weiter.
Einen tiefen Einblick in diese historischen Ereignisse und Entwicklungen erhalten die Besucher des Hauses ab sofort chronologisch geordnet im Treppenhaus des Jugendclubs. "Wir haben bewusst einen niedrigschwelligen Ort für unsere Ausstellung gewählt um möglichst viele Besucher unseres Hauses bei normalem Alltagsgeschehen zu erreichen", erklärt der Jugendhausleiter die Idee.
Gebührend gefeiert wurden der Geburtstag, die friedliche Revolution und die Ausstellungseröffnung mit kulinarisch typischen Ost-Köstlichkeiten aus der DDR. So standen unter anderem "Kalter Hund", Götterspeise, Schmalzstullen, Soljanka und Vita Cola auf dem Speiseplan. Dazu konnten am Eingangsbereich klassische Wimpel  gebastelt werden und auf Stullenbrettchen entstanden mit dem Lötkolben Brandmalereien in der Werkstatt. Nach den kreativen Betätigungen konnten die Besucher ihr Geschick beim Peitschenkreisel unter Beweis stellen oder draußen an einer von vielen weiteren Aktivitäten teilnehmen. Um den DDR-Flair auch musikalisch zu untermalen, spielte die Jugendband Jam klassische ostdeutsche Titel.
"Wir wollten alle Besucher in die damalige Zeit zurück versetzen und freuen uns über die rege Beteiligung am Spielen und Basteln, und laden zum gemeinsamen Erzählen und Erinnern ein", so Raymund Menzel, der sich mit dem Verlauf des Festes zufrieden zeigte – auch dank der zahlreichen Besucher, die sich aus Familien und Jugendlichen von Einst und Jetzt, früheren und aktuellen Mitarbeitern, vielen Jugendlichen und weiteren Interessierten zusammensetzten.