Tatsächlich hat sich die 1726 von Joachim Wagner geschaffene Hauptorgel zur größten Orgelanlage Ostdeutschlands gemausert. Zählte sie bislang 3.600 Orgelpfeifen und 48 Register, ist sie nun mit einem Schwellwerk – bestückt mit 1.600 Orgelpfeifen – untersetzt und mit der auf 804 Pfeifen erweiterten Chororgel verbunden. Wie auch mit den 500 Orgelpfeifen im neu entstandenen Solowerk gegenüber. In Kombination klingt all das herrlich, vielfältig und wenn gewollt auch gewaltig. Man kann nicht immer erahnen, woher die Töne kommen, weil das im Dreieck angeordnete Orgelwerk mit dem Kirchenschiff als Resonanzraum ein unglaubliches Klangbild produziert.  Die Traditionsfirma Schuke, die in ihrem 200. Bestehensjahr die Orgelanlage fertigstellen konnte, war sich frühzeitig sicher: "Die sinfonische Orgelanlage wird nahezu einzigartig in der deutschen Orgellandschaft sein." Zumal sie vom Spieltisch der Hauptorgel bedient werden kann und vom mobilen Spieltisch inmitten der Kirche. Reaktiviert und auf der Empore platziert ist zudem der bei der Orgelsanierung 1936 eingebaute Spieltisch, der beinah als Bar geendet wäre. Restauriert und mit neuer Technik bestückt, vollbringt er, wofür er einst gedacht war. Getreu dem Motto "Altes bewahren, Neues schaffen", womit die Kirchengemeinde das Orgel-Spendenprojekt über Jahre vorantrieb – und noch etwas fortsetzt. "Für die aufwendigen Tischler-, Maler- und Elektroarbeiten", verrät Fred Litwinski, "um beispielsweise die Kabel zwischen den Orgeln verbergen zu können, wurde das Rudiment einer Fußbank aus dem Jahr 1726 für die gesamte Länge nachgebaut. Dafür war ein innerkirchliches Darlehen nötig, das es noch zu bedienen gab." Weitere Spenden sind also willkommen – sowie ab dem 1. Juli täglich um 12 Uhr Gäste für die "Orgelmusik am Mittag".