In der Hauptstraße von Brandenburg/Havel tat sich in zurückliegenden Jahrhunderten und Jahrzehnten so einiges. Und der Wandel setzt sich stetig fort. Wie auch obige Fotomotive belegen, zwischen denen rund 80 Jahre liegen. Rechter Hand sind es die Hauptstraße 46 und 48, die sich um 1940 noch reichlich verziert und im Jahr 2020 recht schlicht zeigen. Das heute als „Ambrosius-Pinte“ vertraute Haus (48) hat eine bewegte Vorgeschichte: 1909 zog hier das Konservatorium ein, das bis zum Zweiten Weltkrieg als wichtigste Brandenburger Musikausbildungsstätte galt. Auch waren hier die Kammer-Lichtspiele zu finden, später „Metropol“ und in DDR-Jahren „Meteor“ genannt.
Manche werden sich an den großen aufsteigenden Schriftzug über der Tür erinnern. Leider ist der Kino-Saal am 21. Oktober 1972 völlig ausgebrannt. Das Feuer, so berichten Zeitzeugen, soll so heiß gewesen sein, dass in den Nachbarhäusern die Scheiben platzten. Der Neustart erfolgte 1976 als „Jugendfilmcafé“. Zu jener Zeit war das Ensemble, das gegenwärtig schräg gegenüber erneuert und/oder wiederbelebt wird, als HO-Kaufhalle „Mitte“ und Einrichtungshaus des Konsums vertraut.
Ältere Brandenburger erinnerten sich lieber an die Vorgeschichte, die 1905 Alfred Flakowski eingeläutet hatte. Mit geliehenen 10.000 Mark hatte er die damalige Hauptstraße 22/23 und 24 (heute 33 & 35) erworben und somit eines der Kaufhäuser des alteingesessenen Kaufhausbesitzers Herrmann Conitzer. Das stattliche viergeschossige Gebäude war erst ein paar Jahre zuvor nach einem Brand vollständig neu aufgebaut worden, bot 2400 Quadratmeter Verkaufsfläche und hatte sogar einen Fahrstuhl.  Flakowski formte daraus  – unter Zunahme des Eckhauses zur Petersilienstraße – das „größte Kaufhaus am Platze“.

Einst und jetzt



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