76 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges gestalten die Schauspielerin Karen Schneeweiß-Voigt und die Musikerin Katharina Burges einen Abend mit authentischen Berichten von Frauen in Kriegszeiten und Live-Musik. Beide Großmütter von Karen Schneeweiß-Voigt haben schriftlich Zeugnis gegeben von ihren Erfahrungen im Krieg. Aus der Perspektive dieser zwei Frauen erfahren wir mehr über den Alltag, über unglaubliche und zum Teil erschreckende Erlebnisse und Odysseen, die angesichts heutiger Flüchtlingsströme wieder sehr aktuell anmuten. Auf sehr unterschiedliche Weise entstanden die beiden Zeitzeugnisse: Die eine Großmutter, wohnhaft in Berlin, wurde 1943 mit drei kleinen Kindern aus der Stadt evakuiert und schrieb 40 Jahre später rückblickend ihre Erfahrungen und Erlebnisse dieser Zeit auf. Die andere Großmutter, wohnhaft in Potsdam, schrieb von 1943 bis 1946 jeden Tag einen Brief an ihren in amerikanische Kriegsgefangenschaft geratenen Sohn. Diese Briefe, nur zum Teil abgeschickt, sind aus dem Moment heraus entstanden. Sie gleichen Tagebucheinträgen und werden zu Gebeten der zutiefst frommen Frau.

Geschichten, die sich aus dem „weiten Feld“ der Erfahrungen und Erlebnisse der Menschen

Auszüge aus beiden Zeugnissen werden ergänzt mit Musik vorgetragen von Katharina Burges, die die Zuhörer mitnimmt auf eine Zeitreise in Gedanken.
Möglich macht solche Abende u. a. das freie professionelle Theater Weites Feld e.V., das Theatermacher aus Brandenburg und Berlin ins Leben gerufen haben, um Theater zu entwickeln und aufzuführen, das aktuelle Themen aufgreift, die im Land Brandenburg von Belang sind, aber auch darüber hinaus weisen. In seinen Produktionen erzählt das Theater Geschichten, die sich aus dem „weiten Feld“ der Erfahrungen und Erlebnisse der Menschen vor Ort schöpfen.
Ein guter Gastgeber dafür ist der kulturWust e.V., der zu der musikalischen Lesung „Von der Liebe. Und dem Krieg“ am 30. Oktober, 17 Uhr, in die Wuster Dorfkirche einlädt. Der Eintritt ist frei. Spenden für das Orgel-Projekt sind willkommen.