Über das Zukunftspotenzial von Wasserstoff für die Energie- und Wirtschaftspolitik der Havelstadt diskutierte der CDU-Kreisverband Brandenburg an der Havel am Montagabend u.a. mit MdB Stefan Kaufmann, Innovationsbeauftragter der Bundesregierung für ‘Grünen Wasserstoff’. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, ob grüner Wasserstoff als klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen eine breite Anwendbarkeit im städtischen Leben finden kann, beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr, der Schifffahrt und auch bei der Energieversorgung von Wirtschafts- und Industrieunternehmen.

Ein Zukunftsthema auch für die Stadt

Insgesamt 50 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, zu welcher die Kreisvorsitzende Dr. Dietlind Tiemann MdB herzlich begrüßte: „Als CDU wollen wir verschiedene Akteure zusammenbringen, um gemeinsam über die Zukunftsthemen für unsere Stadt zu reden. Wasserstoff ist zweifelsohne ein solches Zukunftsthema." Jacob Schrot, Kreisvorstandsmitglied der CDU Brandenburg an der Havel, unterstrich: „Wir dürfen Klima- und Industriepolitik nicht als Gegensätze denken. Wasserstoff kann ein wichtiger Bestandteil sein, um saubere Energie zu erzeugen und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.”

Die Chancen von Wasserstoff

Der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann bejahte dies in seinen Ausführungen detailliert, stellte in diesem Zusammenhang die „Nationale Wasserstoffstrategie” vor und betonte die Chancen von Wasserstoff: “Unter dem Pariser Klimaabkommen haben wir uns dazu verpflichtet, unsere CO2-Emmissionen bis zum Jahr 2050 drastisch zu reduzieren. Wasserstoff ist derjenige Stoff, mit dem wir diese klimapolitischen Ziele auch tatsächlich erreichen können.” Die „Nationale Wasserstoffstrategie” umfasse 38 Einzelmaßnahmen, um den Rahmen für eine erfolgreiche Ansiedlung von Wasserstoffindustrie zu schaffen und Forschung sowie Modellprojekte finanziell zu fördern.

THB-Fachmann forscht „green“

Prof. Dr. Robert Flassig vom Lehrstuhl für Technische Energieeffizienz an der Technischen Hochschule Brandenburg erläuterte die physikalischen Grundlagen der Erzeugung von Wasserstoff als Energiequelle und stellte die diesbezüglichen Forschungstätigkeiten der Hochschule vor: „Im Rahmen des Forschungsprojektes GREEN widmen wir uns an der Technischen Hochschule Brandenburg ganz konkret der Frage, wie die Erzeugung von grüner Energie zum Beispiel an den Industriesektor gekoppelt werden kann. Hier arbeiten wir auch mit dem Stahlwerk zusammen, um konkrete Anwendungsmöglichkeiten zu finden.”

Wasserstoff für die Stadtwerke?

Gunter Haase, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Brandenburg an der Havel, beleuchtete in seinen Ausführungen die grundsätzliche Eignung der städtischen Netze zur Aufnahme von Wasserstoff: „Wir sehen unsere Netze als tauglich für den Transport von Wasserstoff.” Er betonte, dass eine Wärmeversorgung durch Strom - etwa produziert durch Wasserstoff - in absehbarer Zeit allerdings noch nicht die etablierte Wärmeversorgung durch Gas ersetzen können werde.

Preis senken, Thema begleiten

Im Rahmen der digitalen Veranstaltung wurde auch die Bedeutung von Bezahlbarkeit als ein zentrales Kriterium für die Akzeptanz neuer Technologien in verschiedenen Redebeiträgen aufgegriffen. Gunter Haase argumentierte, dass die Wasserstoffproduktion ein internationaler Markt sein werde. Dieser internationale Wettbewerb könne die Kosten von Wasserstoff perspektivisch auf ein akzeptables Niveau bringen.
Die CDU Brandenburg an der Havel will das Thema Wasserstoff weiterhin und enger begleiten. Die Veranstaltung kann auf der Facebook-Seite des CDU-Kreisverbandes auch im Nachhinein angesehen werden.