Hervorzuheben ist die enge Verzahnung des Projektes zur "Kunstproduktion und Wissensorganisation um 1450" unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Heinrichs, Universität Paderborn und des Projektes "Konservierungswissenschaftliche Forschung zur substanziellen und ideellen Erschließung des erhaltenen Bestandes" unter der Leitung von Prof. Dr. Rest. Nicole Riedl-Siedow, Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen. Die Zusammenarbeit der beiden Disziplinen gewährleistet eine adäquate Herangehensweise an die Wand- und Gewölbemalereien mit kunsthistorischen und konservierungswissenschaftlichen Methoden. Letztere ermöglichen durch ein transdisziplinäres Untersuchungsprogramm von zerstörungsfreien und zerstörungsarmen analytischen und bildgebenden Verfahren u.a. eine Auswertung und Visualisierung der im natürlichen Licht nicht erkennbaren Komponenten der Wandmalerei als Grundlage für die weiterführende Forschung. Die zu erwartenden Erkenntnisse betreffen Forschungsdesiderata zur Kunst der Mark Brandenburg in der Mitte des 15. Jahrhunderts wie auch Aspekte der spätmittelalterlichen Bildungsgeschichte und neue Einsichten in eine überregionale Vernetzung in Bezug auf Ikonographie und Motivgeschichte. Die angestrebte objektorientierte Organisation der Forschungsdaten unter Verwendung des an der Universität Passau entwickelten Datenbanksystems MonArch dient dem Erhalt des wertvollen Wandmalereizyklus in der ehemaligen Domstiftsbibliothek
Dr. Rüdiger von Schnurbein,
Leiter des Dommuseums