Der Fachkräftemangel ist auch in der hiesigen, ländlichen Region deutlich spürbar. Das betrifft vor allem Branchen wie Pflege, medizinisches Personal, Erziehung, aber auch Gastronomie und Handwerk.
Viele Inhaber kleiner und mittelständischer Firmen suchen verzweifelt nach geeigneten Mitarbeitern, aber auch nach Firmennachfolgern.

Migranten mit teils sehr guter Ausbildung

„Die Suche ist schwer, aber vielleicht haben wir diese Fachkräfte ja schon und finden sie nur nicht?“ Viele Migranten haben durchaus eine sehr gute Ausbildung in verschiedenen Bereichen in ihrem Heimatland genossen. Dieses Potential zu finden und zu erobern ist das Ziel des Projektes „Fläming, Deine Chance“ des Vereins Soziale Arbeit Mittelmark e.V. (SAM e.V.).

Arbeitsförderung und Ankommen in der Region

„Wir haben für das Projekt zwei Ansätze“, so Projektleiterin Anne-Marie Schütte. Zum einen geht es um die Arbeitsförderung und das Ankommen in der Region. Dazu wurde ein Coaching-Programm aufgelegt, welches über zwei Jahre läuft. Das Coaching läuft jeweils über drei Monate, es werden also vier Veranstaltungsreihen stattfinden. Es können 15 Menschen mit Migrationshintergrund teilnehmen, auch wenn sie schon länger in der Region leben. „Sie sollten jedoch die Motivation mitbringen, sich in der Region verwurzeln zu wollen“, so Anne-Marie Schütte. Durch das Coaching können sie die Region besser kennenlernen und ein Leben im Fläming als Chance für sich selbst sehen. Den Fokus legt das Projekt dabei auf die Perspektive, die sich im Fläming bietet und auf die Förderung der Integration.

Kontakt zu Betrieben und Unternehmen

Der zweite Aspekt ist der Kontakt zu Betrieben und Unternehmen herzustellen. Die Unternehmen sollen dafür sensibilisiert werden, dass Migranten durchaus Potential haben, was jedoch oft nicht gesehen wird. „Wir wollen uns einen Überblick verschaffen, welche Firmen Arbeitskräfte brauchen“, so Christine Sinjatkin, Coach des Projektes. So könne man durch das Projekt und das Coaching gleich den Kontakt zu Firmen und Institutionen herstellen.

Interkulturelle Aufklärung und Unterstützung

Wichtig ist dabei auch die interkulturelle Aufklärung und Unterstützung bei diesem Prozess. So kann zum Beispiel das Kantinenessen entsprechend angepasst, aber auch darauf geachtet werden, dass bewusst langsamer gesprochen wird, damit die Menschen mit Migrationshintergrund besser verstehen.

Dritte Stelle noch unbesetzt

Für diesen Bereich und den Kontakt mit den Unternehmen ist innerhalb des Projektes noch eine dritte Stelle zu besetzen. „Wir suchen jemanden mit einem Studium in Sozial- oder Wirtschaftswissenschaft oder einer entsprechenden Ausbildung“, so Anne-Marie Schütte. Gut wären Erfahrungen in Unternehmensberatung oder Vertrieb, aber auch interkulturelle Erfahrungen. Immerhin arbeitet derjenige/diejenige an einer Schnittstelle. Interessenten können sich gern melden.

Gefördertes Projekt

Träger des Projektes ist der Verein SAM. Gefördert wird das Projekt durch die Europäische Union und das Ministerium für Arbeit, Wirtschaft und Energie. Die Gelder werden von der Landesinvestitionsbank ausgezahlt.
Das erste Coaching beginnt im Januar 2021. Die Bewerbungsphase ist angelaufen, acht Interessenten haben sich bereits gefunden. Es werden weiterhin Bewerbungen entgegen genommen. Für die Teilnahme wird ein Mindestniveau an Kenntnissen der deutschen Sprache erwartet. Das heißt, die Menschen sollten den grundlegenden Alltagsumgang in Deutsch bewältigen können. Das Projekt spricht sowohl Männer als auch Frauen an. Derzeit liegt der Frauenanteil bei Migranten bei etwa 40%, das soll sich auch im Projekt widerspiegeln.

Ehrenamtler, Mentoren gesucht

„Aber wir brauchen auch ehrenamtliche Helfer, die Interesse an einer Mentorenrolle haben“, so Anne-Marie Schütte. Das Ehrenamt ist Teil der Projektidee. Die Mentoren sollen besonders bei der Integration im gesellschaftlichen Bereich aktiv sein. So sollen Menschen mit Migrationshintergrund dazu bewegt werden, im Fläming zu bleiben. Bisher war es oft so, dass sie nach geraumer Zeit in größere Städte abgewandert sind, weil sie dort ihre Community haben. Das soll nach dem Willen der Projektmacher auch auf dem Land möglich sein.

Migranten unterstützen, die Region stärken

„Mit dem Projekt wollen wir den Fokus auf die Leistungsträger unter den Migranten setzen, das stärkt unsere Region“, so Schütte und Sinjatkin. Man hat bereits starke Paten an der Seite. Es werden Wohnungen vermittelt und die Migranten auch dort weiterhin betreut, damit sie schnellstmöglich auf eigenen Beinen stehen können. Es kann sozialarbeiterisch auf ein gutes Team zurückgegriffen werden. Auch eine Vernetzung des Projektes in der Region ist ein wichtiger Aspekt.

Interessenten melden sich

„Wir wünschen uns Akzeptanz und auch ideelle Unterstützung in der lokalen Bevölkerung“, so Anne-Marie Schütte und Christine Sinjatkin.
Interessenten mit Migrationshintergrund für die Projektteilnahme,  für die dritte Stelle und als Ehrenamtler können sich unter folgenden Kontaktmöglichkeiten melden: Anne-Marie Schütte, 0176/601 729 67, schuette@samev.de oder Christine Sinjatkin, 0163/388 71 04, sinjatkin@samev.de.