Es war die Nacht vom 01. zum 2. September 2021, die für Cindy Vegelahn und ihren 2007 gegründeten Reit- und Fahrvereins „Lindenhof“ einen weiteren Schicksalsschlag bedeutete. Weil kokelnde Kinder beim Austreten ihres Feuers nicht gründlich genug waren, ging eines der beiden Futterlager in Flammen auf. „Noch bevor die Löscharbeiten beginnen konnten, stürzte das Dach der Halle ein…  Es musste eine Löschwasserstrecke von rund 1,5km aufgebaut werden“, war dazu auf www.brawo.de zu lesen.
Für den Verein ein herber Verlust. Seit zwölf Jahren hat er die beiden ehemaligen Schweinställe der „Märkisch-Ceres“ Bensdorf Agrar eG. am Birkenweg – nahe der bekannten Motocrossstrecke – in Nutzung.

Einst Schweinestall, dann Offenstall und Lager – jetzt zerstört

Der nun zerstörte diente anfangs als Offenstall und zuletzt als zweites Lager, weswegen sich „nur“ 50 Heu-Ballen darin fanden. Doch sind Vorrat und Lagerplatz wohl unwiederbringlich verloren – nach ohnehin schweren Zeiten. Das Reitverbot während der Corona-Pandemie hat den Verein auf sechs Mitglieder (zuvor 15) schrumpfen lassen. „Die zweite Corona-Welle hat uns fast das Genick gebrochen“, schildert die Pferdenärrin, die sich gerne an die guten Zeiten erinnert, als Reitertag, Tag der offenen Tür und Turnierteilnahmen verlässlich zum Jahresprogramm zählten. Nun steht in Vegelahns Reit- und Pensionsstall an der Lindenstraße neben den Pensionspferden nur noch ein Vereins-Pferd.

Schicksalschläge einer Pferdenärrin

Wobei es an ein Wunder grenzt, dass Cindy Vegelahn überhaupt noch auf Pferde setzt. Die heute 46-Jährige war mit 33 Jahren nach einem Sturz vom Pferd wegen eines zertrümmerten Beckens ein dreiviertel Jahr an den Rollstuhl gefesselt. Sie kämpfte sich zurück ins Leben und in den Sattel. „Ohne Pferde geht es bei mir einfach nicht“, begründet die Frau, die gegenwärtig erneut versucht auf die Beine zu kommen, nachdem im November 2020 ein 600-Kilo-Ross auf ihrem Sprunggelenk gelandet war und ihr einen offenen Trümmerbruch eingebrockt hatte. Die letzte Operation überstand sie kurz vor dem vernichtenden Feuer, weswegen sie mit Gips und Krücken beim Löschen und Aufräumen half. Cindy Vegelahn: „Ich hätte mich gefreut, wenn nur ein paar der Leute, die beim Feuer zugeschaut haben, beim Aufräumen angepackt hätten. Auch habe ich mir mehr Hilfe von den Eltern erhofft, deren Kinder den Mist gebaut haben. Immerhin hat sich eines mit seiner Mutter bei mir entschuldigt. Der Junge erzählte, das sie meinten, das Feuer ausgemacht zu haben, bevor sie mit den Fahrrädern losgefahren sind. Als sie zwei Stunden später vorbeikamen, habe alles gebrannt.“

Der Sachschaden übersteigt die 100.000 Euro

 Der Sachschaden übersteigt die 100.000 Euro, die Halle ist abrissreif. „Wir müssen sehen, dass wir als Verein das verbliebene Futterlager so eingerichtet und gefüllt bekommen, dass es ausreicht. Hilfsangebote für Futter und Einstreu gab es schon. Dafür herzlichen Dank. Aber wir wollen auch den Eigentümer der Anlage nicht mit dem Brandschaden alleine lassen. Wir suchen Unterstützer, die uns Container und Technik fürs Beräumen und Entsorgen der Brandruine möglichst kostenlos stellen können.“ Cindy Vegelahn ist unter Tel. 01522-2567391 erreichbar.