"Die Idee waren eine Art fliegende Musiker, die kommen und gehen können, es sollte wie eine große Jam-Combo sein." In diesem Sinne entstand "Mystery Art Orchestra", das anfangs aus bis zu zehn verschiedenen Musikern bestand. Schon bald stellte sich heraus, dass diese Art von unbeständigem Zusammensein doch nicht so lustig ist, wie anfangs gedacht. Diverse Auftritte wurden gespielt, unter anderem im Hdo und der ehemaligen "Galerie Gusdaf". Und mit Ausnahme von Gründungsmitglied Tino und seinem Freund Bastian Müller, der ebenfalls schon bei Konzentrat hinter dem Schlagzeug saß, immer wieder mit einer neuen Besetzung. Bis sich der Kern zum Ende des letztes Jahres um ein drittes Mitglied erweiterte: André Wlodarski, eigentlich Organist, bei MAO mit zwei bis drei Tasteninstrumenten auf der Bühne. Ein Multitalent an Bassorgel und Synthesizer. "Es ist eine Mischung aus meiner psychedelisch-alternativen Gitarre und dem elektronischen Einfluss von André. Und irgendwo in der Mitte ist Basti als treibender Beatgenerator", beschreibt Tino den jetzigen Stil ihrer Musik. Denn natürlich habe sich dieser mit den Veränderungen in der Besetzung weiter entwickelt. Die ersten Aufnahmen ihrer Songs seien nicht mehr zu vergleichen mit dem aktuellen Sound. Anfangs herrschte leichte Skepsis über diese Veränderung, da die eigentlich angestrebte Wall of Sound mit drei Musikern nicht mehr zu verwirklichen war, aber das Trio funktioniert. Schon allein deswegen, weil eine Probe zu dritt zeitlich viel einfacher zu managen ist als eine Probe mit neun Mitgliedern. "Ich bin überzeugt von MAO. Ich denke, wir sind mittlerweile alt genug, um zu wissen, was wir musikalisch machen wollen. Jeder von uns hat ja auch schon an anderen Projekten gearbeitet", sagt André, der auch als Mitglied der Jazzband "Nothing Toulouse" bekannt ist. Die Musik steht für Tino an erster Stelle, "Die Leute fragen immer, was man macht. Ich mache Musik. Alles andere ist Hobby und nicht umgekehrt." Mit Mystery Art Orchestra ist "ein Ding" entstanden, "das sie durchziehen wollen, das einfach klappen muss."
Sie haben einen Sound gefunden, der ihnen selber gefalle. Diesen gilt es jetzt nur noch aufzunehmen, um im neuen Jahr mit neuem Demomaterial durchstarten zu können. Dafür würden sie gerne aus Brandenburg rauskommen und sich überregional einen Namen machen. Tino: "Natürlich braucht man Fans, um weiter Musik machen zu können. In Brandenburg ist das schwierig. Man hat das Gefühl, dass man drei Konzerte spielt und dann kennt einen jeder." Trotzdem sind sie froh, in Brandenburg zu leben. "Ich denke in einer großen Stadt wie Berlin gibt es zu viel Ablenkung", erzählt André, "Viele Bands lösen sich nach einem halben Jahr wieder auf, weil sie andere Möglichkeiten gefunden haben. Das ist unbeständiger als es bei uns war. Hier konnten wir eine Basis schaffen und erst einmal Ruhe in die personelle Geschichte bringen."
Mit dieser festen Besetzung haben sie ein gutes Gefühl und konnten schon das ein oder andere positive Feedback vom Publikum mitnehmen. Natürlich wollen sie, dass Leute in ihrem Alter ihre Musik gut finden, junge Leute, aber auch älteres Publikum fühlt sich angesprochen, durch die vielen Retroeinflüsse, die Tino mit seiner Gitarre einbringt. Er schreibt übrigens auch die Songs, die dann gemeinsam auf den Proben umgesetzt und entwickelt werden. Hören kann man diese nicht nur auf den Konzerten, die für die nächste Zeit geplant sind, sondern auch auf www.mysteryartorchestra.com .