Rund  69.000 Neuerkrankungen gibt es laut Zentrum für Krebsregisterdaten  in Deutschland jährlich. Das wiederum bedeutet, dass jeden Tag rund 189 Frauen die Schreckensnachricht über das sogenannte Mammakarzinom erhalten –  durch alle Altersklassen hinweg. Was folgt, ist für viele Frauen dabei gleich ein doppelter Schlag: denn mit der Angst vor Schmerzen und Tod geht nicht selten auch die Befürchtung des Verlustes der Weiblichkeit einher, wenn Haare, Wimpern und Augenbrauen durch die Chemotherapie ausfallen und eine oder beide Brüste abgenommen werden müssen.
Um ihnen genau diese Furcht zu nehmen und zu zeigen, wie feminin sie trotz aller Strapazen sind, hat sich auf Initiative der Brandenburgerin Franziska Günther nun eine Handvoll Frauen zusammengetan und das Herzensprojekt „schön & stark“ ins Leben gerufen. Dabei wird Frauen, egal in welcher Phase der Brustkrebs-Behandlung sie sich befinden, die Möglichkeit gegeben, sich vor der Kamera von Fotografin Franziska Günther, professionell in Szene setzen zu lassen.
„Ich möchte Frauen vor, während oder nach der Behandlung zeigen und beweisen, dass die Frauen selbst mit sichtbaren Auswirkungen der Therapie nicht an Schönheit verlieren und sie selbst bleiben. Außerdem sollen sie ihr Selbstwertgefühl nicht verlieren in dieser Zeit des Umbruchs einen tollen Tag haben, von dem sie lange zerren“, erzählt Franziska Günther zur Intention des Fotoprojektes.
Die Idee dazu hatte sie bereits 2015, allerdings fand sich zum damaligen niemand für eine Zusammenarbeit – ganz anders als in diesem Herbst. Über das Unternehmerinnennetzwerk verschickte Günther im September eine Rundmail, in der sie über das ihr vorschwebende Projekt berichtete, und stieß prompt auf Begeisterung.
Hair- und Make-up Artistin Audrey Romano als auch Katrin Muchow vom Kosmetikstudio „Süßer Frosch“ zeigten sich vom Vorhaben begeistert und sorgen bei künftigen Fotoshootings dafür, dass die natürliche Schönheit der Frauen durch ein typgerechtes Make-Up unterstrichen wird. Wenn gewünscht, natürlich auch mit kleinen Tricks, unechten Wimpern und Haarteilen.
Weil eine Krebsdiagnose jedoch nicht nur äußerlich, sondern vor allem psychisch viele Narben mit sich bringt, steht den Frauen Irmgard Maria Markusch zur Seite. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und weiß genau, welche seelischen Strapazen die Frauen während des Kampfes gegen den Krebs erleiden. „Ich biete, wenn gewünscht, sowohl während des Fotoshootings als auch danach Gespräche an. Denn die Gefühle übermannen so manche Frau an solch einem Tag dann doch“, weiß sie von den bisherigen Fototerminen berichten.
Gemeinsam arbeiten die vier Unternehmerinnen nun daran, ihr Projekt weiter wachsen zu lassen. Geplant sind in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten für Männer und Frauen, Cornelia Köppe, bereits einige Veranstaltungen für das kommende Jahr, u.a. zur 29. Brandenburgischen Frauenwoche im März. Ziel ist es, möglichst allen brustkrebskranken Frauen, die des Fotoshooting als Abschluss oder Neuanfang eines Lebensabschnitts für sich symbolisch wahrnehmen möchten, diese Möglichkeit kostenlos zu gewähren.
Möglich wird das jedoch nur über Patenschaften und Spenden, denn obwohl alle Beteiligten vergünstigt arbeiten, fallen natürlich Kosten für jedes realisierte Fotoshooting an. Wer den vier engagierten Brandenburgerinnen diesbezüglich helfen möchte, findet die entsprechenden Daten des in Zusammenarbeit mit dem Demokratischen Frauenbund eingerichtete Spendenkontos unter schönundstark.de/kontakt. Zu beachten ist jedoch, dass im Verwendungszweck unbedingt angegeben werden muss, dass das Geld zweckgebunden für das Projekt „schön & stark“ zur Verfügung gestellt wird.
„Wir freuen uns über jeden gespendeten Cent und hoffen, gemeinsam das Tabuthema Brustkrebs durchbrechen zu können“, so Franziska Günther abschließend.