„Heute beginnen die Vorarbeiten für den Abriss der Brücke ‚20. Jahrestag‘ am Altstädtischen Bahnhof in Brandenburg an der Havel“, vermeldet recht plötzlich der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg am 28. September 2020.
Seit Wochen wird in der Stadt auf ein Signal gewartet, wann es auf einer der wichtigsten Brandenburger Brücken, die „wegen erheblicher Schäden“ ebenso plötzlich am 5. Dezember 2019 gesperrt worden war, vorwärts geht. Nun zeigt sich: Es geht langsam.

Asphalt wird abgetragen und Notfallstützen aufgestellt

Zunächst sei die Erleichterung der Brücke durch die Entfernung des Asphalts geplant. Bis Freitag, 16. Oktober 2020, werde der Asphalt auf der Fahrbahn abgefräst. Anschließend, also ab 19.10.2020, sollen Notfallstützen unter die Brücke gebaut werden – bis Donnerstag, den 19. November 2020.
Sodann werden vom 20. November bis 09. Dezember die Fräsarbeiten fortgesetzt, weswegen die Brücke ab dem 20. November auch für RadfahrerInnen und FußgängerInnen gesperrt ist.

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Asbestsanierung der Brücke

„Außerdem ist die Asbestsanierung der Brücke vorgesehen“, ist der LSB-Pressemeldung weiter zu entnehmen, „sie soll in der Zeit von Mitte Oktober bis Mitte Dezember durchgeführt werden. Genaue Termine stehen noch nicht fest. In dieser Zeit wird es auch zu Nachtarbeiten im Bereich der Bahnüberführung kommen. Genutzt werden die Nachtfahrpausen im Zugverkehr.“
Die abschließende Botschaft lautet: „Alle weiteren Termine für den Abriss der Brücke stehen noch nicht fest und können voraussichtlich erst im Laufe des kommenden Monats bekanntgegeben werden.“
Immerhin: Was auf Brandenburg an der Havel zukommt, hatte Michael Kaulfuß vom Landesbetrieb Straßenwesen schon im Jahr 2016 angedroht.
Verkehrsminister kommt zur Brückensperrung Brandenburg an der Havel: Neues zur Brücke des 20. Jahrestages

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2016 war Brücken-Abriss schon thematisiert

Im BRAWO-Gespräch zu der im Spätsommer 2016 erfolgten tiefgreifenden Brücken-Kur bezweifelte er, dass die Brücke das Rentenalter erreichen würde. Im Gegensatz zur DDR werde sie noch den 50. Geburtstag erleben. Seine Prognose (2016): „Die Brücke muss in zehn Jahren neu gebaut werden, viel länger hält sie nicht!" Der Stahl habe eine Restnutzungsdauer, „die Spannglieder, die damals aus Hennigsdorf kamen, stehen alle auf dem Index."
Kaulfuß sollte zum Teil recht haben. Die im Jahr 1969 zum 20. DDR-Geburtstag freigegebene Brücke erlebte ihren 50. Geburtstag – wurde allerdings kaum zwei Monate später außer Dienst gestellt. Der Abriss der „Brücke des 20. Jahrestages“ steht zum 30. Tag der Deutschen Einheit kurz bevor, der Neubau hoffentlich 2022.