Alljährlich werden Ende April am sowjetischen Ehrenmal in der Steinstraße, an der Gedenkstätte auf dem Marienberg sowie am Gedenkort in der JVA Kränze niedergelegt, um an die Befreiung des Zuchthauses Brandenburg-Görden und das Ende des Zweiten Weltkrieges zu erinnern. Corona-bedingt kann auch in diesem Jahr keine öffentliche Gedenkveranstaltung, gemeinsam mit den Brandenburgerinnen und Brandenburgern, duchgeführt werden, so dass bereits am 15. April eine Kranzniederlegung mit Oberbürgermeister Steffen Scheller gemeinsam mit Innenminister Michael Stübgen und Gedenkstättenleiterin Dr. Silvia de Pasquale stattgefunden hat und aufgezeichnet wurde.

Auch Angehörige kommen zu Wort

Diese Kranzniederlegung ist ab sofort als Teil des derzeit laufenden Online-Programms der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten zu sehen sein. Neben den Ansprachen lassen Angehörige von Inhaftierten, Sicherungsverwahrten und Hinrichtungsopfern in Videobotschaften die Online-Zuschauer am Schicksal ihrer Familienangehörigen im Nationalsozialismus teilhaben und sprechen über die Bedeutung der Erinnerung.

Gedenken an Opfer des Naziterrors

Nach der Flucht des Gefängnisdirektors hatten in den Vormittagsstunden vom 27. April 1945 die 2.200 politischen Gefangenen die Anstaltsleitung übernommen. Nur wenige Stunden später erschienen die ersten Panzer der Roten Armee vor dem Tor des Zuchthauses, wo sie vom Gefangenenausschuss begeistert begrüßt wurden. Bis dahin hatten ca. 1.700 Männer aus Deutschland und 17 weiteren europäischen Ländern ihren politischen Kampf gegen das Nazi-Regime mit dem Tod bezahlt. Mehr als 1.250 „Sicherungsverwahrte“ wurden von Brandenburg-Görden zur „Vernichtung durch Arbeit“ in eines der nationalsozialistischen Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. Außerdem wird den über 600 Soldaten der Roten Armee gedacht, die im Kampf um die Stadt ihr Leben ließen.
Das Video zur Online-Gedenkfeier ist unter folgendem Link abrufbar: www.stiftung-bg.de