"Bis zu seinem Tod 2011 wurde diese Rolle durch Vicco von Bülow alias Loriot erfüllt. Danach haben wir immer mal wieder Anfragen an verschiedene Personen gestellt, sind nun aber sehr glücklich, mit Anna Loos eine tolle Frau, die im Leben steht gefunden zu haben", erklärte Jedermann-Geschäftsführer Sven Rohde bei der Verkündung.
Tatsächlich hat das Thema Pflege für Anna Loos eine besondere Bedeutung: Ihre Mutter, Lilly Loos, war bis zum Eintritt in den Ruhestand als Krankenschwester bei der Jedermann-Gruppe beschäftigt, hat sich jahrelang um pflegebedürftige Menschen gekümmert. Und so verwundet es nicht, dass Anna Loos in ihrem neuen Album "Werkzeugkasten"  viele Themen – unter anderem Selbstbestimmung, Fürsorge, Nähe und die damit einhergehende Menschlichkeit – verarbeitet, die auch Bewohner des Hospizes ansprechen. "Umso mehr freuen wir uns auf ein baldiges Kennenlernen und die darauffolgenden Projekte",  so Rohde weiter.
Dass das Jedermann-Hospiz seine neue – schon Mai feststehende – Schirmherrin gerade jetzt verkündet, ist jedoch kein Zufall. Gleich drei Jubiläen stehen in diesem Jahr ins Haus. "Wir feiern 20 Jahre Hospiz-Bewegung, das 15-jährige Bestehen des Jedermann-Hospizes und  zehn Jahre Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung", erklärte Manuela Lindner, Koordinatorin der Hospizstelle, in der bis zu zehn Menschen pflegerisch und medizinisch in warmer und häuslicher Atmosphäre in ihrer letzten Lebensphase betreut werden.
Die Arbeit mit den Gästen, wie sie im Hospiz genannt werden, hat sich dabei jedoch komplett verändert. Betrug die durchschnittliche Verweildauer der insgesamt 1774 betreuten Gäste vor zwei Jahren etwa noch 38-40 Tage, sind es heute um die zehn. Nicht selten jedoch nur wenige Tage oder sogar Stunden. "Dieser rasante Durchlauf hängt einerseits damit zusammen, dass die Medizin heute mehr Möglichkeiten hat, den Gesundheitszustand eines Menschen stabil zu halten. Am Ende ist das jedoch oft mit vielen starken Nebenwirkungen verbunden, die dann auch mal schneller als gedacht zum Tod führen", weiß Pflegedienstleiterin Katrin Gutschmidt, die anfügt dass darüber hinaus auch die seit 2009 im Gesetz verankerte spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) eine Rolle spielt. "Sie ermöglicht Menschen mit einer lebensverkürzenden und mit vielen Symptomen belastenden Krankheit die Pflege im vertrauten, heimischen Umfeld. Mit 22 Pflegekräften und zwei Ärzten kümmern wir uns in diesem Bereich heute um Patienten in der Stadt und dem Umland, etwa von Premnitz bis Ziesar und rund um den Beetzsee", so Hartmut Jäckel, SAPV-Koordinator.
Viel zu sehen also für die neue Schirmherrin, die mit ihrer Stelle sicherlich bald den Weg in die Heimat finden wird.