George, 1931 in Berlin geboren, überlebte den Holocaust mit Hilfe eines Kindertransports nach England, wo er zunächst in einer Pflegefamilie aufwuchs. Seine Mutter und Tante wurden 1941 nach Auschwitz deportiert und dort vermutlich noch am Tag ihrer Ankunft ermordet. Shefi lebte später bei einem Onkel in den USA. Mit ihm emigrierte er im Alter von 17 Jahren nach Israel.
Der 87jährige besucht seit vielen Jahren Schulen und Universitäten in Deutschland, um seine Geschichte zu teilen und die Erinnerung an die Ermordeten hoch zu halten. Es ist ihm ein Anliegen, dass junge Menschen aus der Geschichte lernen und sich für Gerechtigkeit einsetzen. Nach Brandenburg an der Havel kam George Shefi das erste mal 2013 auf Einladung der AMCHA-Stiftung und der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz. Seither kommt er jährlich mindestens ein Mal nach Brandenburg.
Für seine außerordentliche Verdienste um das Wachhalten der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus hat George Shefi am Montag den Verdienstorden des Landes Brandenburg von Ministerpräsident Dietmar Woidke in der Potsdamer Staatskanzlei verliehen bekommen. Bei der Aushändigung des Ordens in der Potsdamer Staatskanzlei betonte Woidke, die Ehrung sei ein "Zeichen unserer Wertschätzung und Freundschaft." Es sei unerlässlich, immer wieder daran zu erinnern, welches Leid der Nationalsozialismus über Millionen von Menschen brachte. Die Berichte von Zeitzeugen seien von besonderer Bedeutung. Woidke: "Es ist eine beispiellose versöhnliche Geste, dass diejenigen, die so viel Brutalität, Hass und Barbarei ertragen mussten, den Mut und die Kraft gefunden haben, uns davon zu berichten." George Shefi habe sein Schicksal öffentlich und damit den nachfolgenden Generationen bewusst gemacht, dass Faschismus und Holocaust in einer Zeit entstanden, als Hass, Rassismus und Ausgrenzung politisch und gesellschaftlich salonfähig wurden.