Ein von Fotografen gern genutztes Motiv ist seit beinah 100 Jahren die Kombination aus der Villa Havelstraße 6a und der Gottfried-Krüger-Brücke, wenngleich der Erbauer der Villa (Brennstoffhändler Herrmann Witte) nichts mit dem Überbau des Pumpergrabens zu tun hat.
Vermutlich hätte er lieber seine Ruhe gehabt, als den Uferweg vor der Nase. Gestiftet hat die Brücke jener Brandenburger Fabrikant und Kommerzienrat, nach dem sie offiziell benannt ist: Gottfried Krüger, damals Inhaber der Eisengießerei und Maschinenfabrik „Elisabethhütte“. Er ergänzte, was die Stadt und die spendable Gerber-Familie Spitta begonnen hatte – das Auffüllen des oft überschwemmten Uferbereiches und deren Wandel zur Parkanlage mit Uferweg.

1921 Spitta-Ufer, 1922 Krüger-Brücke

So war 1921 das „Spitta-Ufer“ (seit 1960 Heine-Ufer) vollbracht und noch im selben Jahr überspannte man den 13,50 m breiten Graben mit einer üppig gebogenen Stahlkonstruktion, die mit Holz beplankt wurde. Die starke Krümmung ist den Graben-Anrainern geschuldet, die mit ihren Kähnen darunter durch passen wollten. Weil das Volk die Krüm­mung an einen Mann mit Bauch­schmerzen erinnerte, etablierte sich der Name „Bauchschmerzenbrücke“, die später wiederum von Bauchschmerzen geplagte Kinder beim Überqueren kurieren sollte.

Die Jubilarin wird noch aufgehübscht

Jedenfalls ziert die Brücke seit nunmehr 99 Jahren die Stadt. Und weil ihr am 8. Januar 2022 der 100. Geburtstag bevorsteht, wird ihr zuvor noch eine Frischzellenkur zuteil. Grundlegend restauriert wurde sie bereits 2009, wofür Stadt und Land 220.000 Euro hergaben. Eine erneute Bau-Sperrung ist zu verschmerzen, da ihr seit 2013 eine barrierefreie Bypass-Brücke zur Seite steht, die im Zuge der BUGA 2015 ein bequemes Passieren des Haveluferweges auf Neustadtseite ermöglichen sollte.

Einst und jetzt



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