Die „Magdeburger Heerstraße“ hört sich prächtig und mächtig an und scheint doch nur eine schmale Asphaltpiste mit ausgefahrenen Seitenstreifen im bewaldeten Niemandsland. Sie führt westlich von Wilhelmsdorf an den Abzweigen zur Malge und nach Wendgräben vorbei und mündet auf die Straße, die links nach Mahlenzien und rechts nach Kirchmöser führt.  Doch nicht nur ihre Länge – sechs Kilometer – ist stolz, sondern vor allem ihre geschichtliche Bedeutung. Immerhin schaffte sie es sogar, der wichtigen, über Plaue und Genthin führenden Haupt- und Handelsstraße zwischen Brandenburg und Magdeburg (B1) den Rang abzulaufen.

Wegweisendes auf der Heerstraße

Die Heerstraße erwachte erst mit dem Entstehen Lehnins (1180) und der Brandenburger Neustadt (1196) und verband nun Magdeburg und Brandenburg an der Havel über Ziesar. Und sie ließ beispielsweise einen Krug (Gaststätte) entstehen, woraus 1754 die Siedlung Neudorf (ab 1824 Wilhelmsdorf) wurde. Der nächste Krug fand sich nördlich von Mahlenzien, genau dort, wo der erste Hohenzoller märkischen Boden betreten haben soll und somit die 500-jährige Herrschaft der Hohenzollern in Brandenburg einläutete. Grund genug für Graf von Wartensleben im Jahr 1905 einen Findlingsblock genau an jene Stelle zu hieven, um fortan schriftlich zu verkünden: „Auf dieser Straße zog Burggraf Friedrich v. Nürnberg als erster Hohenzoller am 21/22. Juni 1412 in die Mark Brandenburg.“