Malge, Marienberg, Waldcafé Görden - all die Traditionslokale sind dem Boom der Ausflugsgaststätten um 1900 zu verdanken. Einige gibt es noch, manche – wie das Buhnenhaus oder auch die Gaststätte auf dem Marienberg – wurden reaktiviert. Doch nicht alle überlebten, wie beispielsweise die vielbesuchte Ausflugsgaststätte im Wohnplatz Bohnenland oder das selten erwähnte „Wirtshaus Heidekrug“. Letzteres wurde dennoch am Stadtrand namensgebend: „Am Heidekrug“ führt vor dem Ortsausgangsschild als letzte Straße links von der Plauer Landstraße ab (auch gen Falkenbergswerder). Laut Adreß-Buch von 1938-39 fand sich hier, Plauer Landstraße 46, das „Wirtshaus zum Heidekrug“, dessen Inhaber Fritz Speichert war – zuvor Gastwirt in der Tismarstraße 12. Den Heidekrug kann er nicht lange gehabt haben, denn die Karte aus dem Jahr 1944 weist  Friedrich Bornkamp als Inhaber aus,  der laut Adreß-Buch auch Gastwirt  in „Kolonie Görden 5a“ (heute: Am Gördensee) war.

Von der Gaststätte Heidekrug ist nur der Name geblieben

Hier wie dort sind die gastlichen Zeiten längst vorbei. Vom Heidekrug ist nur der Name geblieben. „Der Heidekrug, das war ein richtiges Gartenrestaurant“, wissen noch Alteingesessene und beschreiben es so: „Die Gaststätte stand an der Ecke hinter dem Angelladen, genau dort, wo heute die Autowerkstatt ist. Der Biergarten ging bis ran an die B1. Linkerhand gab es einen Spielplatz und hinten Plumpsklos und einen Tanzsaal. Das war ein gutes, beliebtes Lokal.“ Der Heidekrug war Treffpunkt für Brigadefeiern und das Feierabendbierchen vieler Stahlwerker, die in Plaue oder Kirchmöser wohnten. Mitte der 1970er Jahre gab‘s einen Eigentümerwechsel. Die Reste des Wirtshauses verschwanden und eine Autowerkstatt entstand, spezialisiert auf B1000 und Wartburg. Heute sind alle Fahrzeuge willkommen. Und Angler. Durstige Ausflügler müssen weiterfahren.

Einst und jetzt

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