„Die Verhandlungen wegen Ankauf des Gebäudes durch die Stadt begannen schon im Jahre 1904, zogen sich aber bis 1911 hin, in welchem Jahre der Militärfiskus das im Innern fast abgängige Gebäude für 3500 Mark an die Stadt verkaufte. Für die Wiederherstellungsarbeiten bewilligten die Stadtverordneten 50 000 Mark, einen gleichen Betrag gab die Provinz, während der Staat bisher 30 000 Mark zugesteuert hat. Der Bau wurde nach dem Programm des Landeskonservators bzw. des stellvertretenden Konservators, Regierungsrat Blunck, ausgeführt (…).

Ein Verbindungsbau entstand

Zur Vergrößerung des Gebäudes wurde die an der Südostseite vorüberführende Straße eingezogen und eine Verbindung mit dem sog. Ordonnanzhause hergestellt. Nach dem Programm wurde das Gebäude in ein städtisches Festhaus umgewandelt. Das Obergeschoss enthält im Langbau einen Festsaal mit Podium in einer Länge von 31,93 m, 10,54 m Breite und 8 m Höhe, der mit einem Vorsaal des Anbaues in Verbindung steht. Der Saal erhielt auf niedrigem Eichenholzsockel eine strenge, in Stuck aufgetragene Pilasterteilung und ein einfaches Hauptgesims und wurde von Professor Kutschmann ausgemalt.

Der Festsaal (heute Rolandsaal)

Die Decke ist mit gemalten Kassetten geschmückt, während die Wandfelder gobelinartige gemalte Landschaften zeigen, in denen Brandenburger Stadtbilder verwertet wurden. Das Erdgeschoß des Langhauses und Anbaues enthält Gesellschafts- und Wirtschaftsräume. An der Nordwestseite des Gebäudes entstand ein kleiner, durch eine Mauer und eine stattliche Laube abgeschlossener Garten.“ (aus „Führer durch die Chur- und Hauptstadt Brandenburg a. Havel und ihre Umgebung“, 1914)