Vor mehr als 100 Jahren war die Gestaltung des Brandenburger Rathauses ein Thema. Im „Führer durch die Chur- und Hauptstadt Brandenburg a. Havel und ihre Umgebung“, 1914, war zu lesen:
„Während die Innenräume mehr im modernen Geschmack gehalten sind, ist das äußere Bild des Rathauses mit geringen Ausnahmen mittelalterlich wiederhergestellt und mit geschichtlich bedeutsamem Schmuck ausgestattet worden. Beachtenswert ist das schöne Turmportal. Über dem Portal in der großen Blende befinden sich die Wappen einer Anzahl mittelmärkischer Städte. An dem Anbau sind in den Blenden die mittelalterlichen Wappen der Mark, der Altstadt, der Vier-Gewerke sowie die von vier angesehenen Ratsfamilien angebracht. Das Hauptportal der Schusterstraße zeigt in den beiden Bogenfeldern die Köpfe des Neustädter Bürgermeisters Johannes von Bensdorf und des Dichters Niklas Upslacht (1415), rechts die Köpfe des Altstädter Bürgermeisters Simon Roter und des Stadtschreibers Zacharias Garcäus, beide um 1575 hier tätig. Zu beiden Seiten des Nordportals befinden sich die von Sr. Maj. dem Kaiser gestifteten Sgraffitowappen, ausgeführt vom Professor Kutschmann.

Reiterdenkmal des ersten hohenzollernschen Markgrafen Friedrich I vor dem Rathaus

Den Verbindungsbau ziert ein im Renaissancestil gehaltenes Muschelkalksteinportal. Die Herstellungskosten belaufen sich auf rund 320.000 Mark und wurden außer den oben erwähnten Beihilfen durch Stiftungen hochherziger Bürger aufgebracht.
Vor dem Rathaus steht das Reiterdenkmal des ersten hohenzollernschen Markgrafen Friedrich I., modelliert von Professor Ludwig Menzel. Als Brunnendenkmal war es geplant. Mit Rücksicht auf die Architektur des Rathauses durfte es nicht massig sein und diese erdrücken, weiter mußte es die Portalansicht freilassen. So ist das Denkmal in Formen gehalten, die dem Charakter des 15. Jahrhunderts und dem mittelalterlichen Stadtbild Brandenburgs entsprechen.“