Brandenburg anno 1970. An das Leben und Geschehen in ihrer Heimatstadt vor nunmehr 50 Jahren dürften sich wohl nur noch die allerwenigsten Einwohner erinnern. MOZ.de setzt seine Serie mit einem Rückblick in jene Epoche fort, ohne damit etwa die Zeiten des DDR-Regimes verherrlichen zu wollen. So war damals in den „Brandenburgischen Neuesten Nachrichten“ unter der Überschrift „Forschung für das Verkehrswesen“ zu lesen: Das zehnjährige Bestehen ihres Betriebes begehen die Mitarbeiter der in Brandenburg-Kirchmöser ansässigen Zentralen Prüf- und Entwicklungsstelle des Verkehrswesens. Große Verdienste hat sich diese Einrichtung bisher u. a. auf dem Gebiet des Korrosionsschutzes sowie beim Erforschen von optimalen Parametern für den Einsatz von Schmierfetten und  -ölen erworben. Inzwischen bringt das dort entwickelte Antidröhnmittel „Helibit“ jährlich einen ökonomischen Nutzen von mehr als drei Millionen Mark.
  Die Bezeichnung dieser Neuheit, die als  Wirtschaftspatent eingetragen ist, beruht auf den Anfangsbuchstaben zweier Namen und des Begriffs Bitumen. Chemie-Ingenieur Hans-Jürgen Heiner, Leiter der Hauptfachgruppe Plast und Elaste in Kirchmöser sowie die Laborantin Liebetruth hatten das Antidröhnmittel auf Bitumenbasis, für das eigentlich kein Forschungsauftrag vorlag, entwickelt. Es gab und gibt schon mehrere davon, keines aber war so gut, so schallschluckend, so schnell trocknend, so billig, als dass nicht Gründe zum Weiterknobeln dagewesen wären. Hansjürgen Heiner hatte Anfang der 1960er Jahre nach sechsmonatiger Tüftelei das „Helibit“ zu einem Versuch an die Technische Hochschule Dresden gegeben. Eine gewisse Zeit später kam vom Heinrich-Hertz-Institut Berlin-Adlershof die Bestätigung über die hervorragenden Eigenschaften dieser Neuentwicklung.
So trat die vielbestaunte Erfindung ihren Siegeszug an. In den LEW Hennigsdorf wird es seit April 1964 verwendet. Auch in Babelsberg kam „Helibit“ bis zum Ende des dort dominierenden Lokomotivbaus ständig zum Einsatz. Unterdessen wissen die Reichsbahn-Ausbesserungswerke Halberstadt und Potsdam sowie darüber hinaus der Waggonbau Bautzen/Görlitz ebenfalls dessen Vorzüge zu schätzen. Zudem hat das Antidröhnmittel aus Kirchmöser im Schiffbau die gleichen Sympathien wie in Straßenbahnbetrieben, Kraftwerken und Wohnungsbaukombinaten.  (...) In der Zentralen Prüf- und Entwicklungsstelle hat man sich seit mehreren Jahren zugleich damit beschäftigt, Kesselwagen,  mit gewebekaschierenden Polyäthylplatten auszukleiden. Hinzu kam das Entwickeln von synthetischen Wagendach-Decken mit plastischem Beschichtungsstoff, bestimmt für Güterwagons. Vielfältige andere Forschungsarbeiten kamen hinzu. Überaus eng gestaltet sich dabei die Zusammenarbeit mit Instituten in Ländern des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe. Dazu  gehören Arbeitsbesuche der Forscher untereinander.
Zudem werden von der ZPEV Kirchmöser, die international längst einen guten Namen hat, neue Methoden ausgewertet. Den Nutzen haben vor allem Betriebe des Verkehrswesens.
Ein Nachtrag:
  1994 ging aus vorgenannter Prüf- und Entwicklungsstelle das Forschungs- und Versuchszentrum hervor, ehe sich dann im Stadtteil Kirchmöser schließlich die DB-Systemtechnik etablierte. Zumindest bleibt so eine gewisse Erinnerung an den so bedeutenden Eisenbahn-Standort lebendig. Dieser hatte vor gut acht Jahrzehnten (7.2.1919) seine Geburtsstunde, nahm dann eine imponierende Entwicklung, bis hin zum Reichsbahn-Ausbesserungswerk Brandenburg-West und dem Weichenwerk.