Als im Sommer des Jahres 1846 die ersten Züge zwischen Potsdam und Magdeburg fuhren, feierte auch Brandenburg die neue Errungenschaft, die sich auf die ganze Stadt auswirkte – wirtschaftlich, namentlich, stadtbildprägend. Die Bahnhofsvorstadt entwickelte sich, neue Straßen entstanden, so die Große und Kleine Gartenstraße 1856, 1861 die Werderstraße und 1875 die alle verbindende Bahnhofstraße. Dennoch blieb der Bahnhof postalisch vorerst der Schützenstraße treu: Im Adressbuch von 1852 – als die Stadtteile noch durchnummeriert waren – als Nr. 44b (das Schützenhaus war die 44a), im Adressbuch von 1881 als Nr. 29 (gemeinsam mit dem Schützenhaus). Die Bahnhofstraße zählte da bereits fünf Wohnhäuser, beginnend mit der Nr. 1, die direkt an den Neustädtischen Friedhof grenzte.

Die Bahnhofstraße wird bel(i)ebter

Um 1890 kamen je zwei Häuser zwischen Werderstraße und Großer Gartenstraße sowie bis zur Kleinen Gartenstraße hinzu, darunter mit der „6“ das große Hotel „Zur Eisenbahn“. Das Bahnhofsgebäude taucht erstmals 1909 als „Bahnhofstraße 9“ auf, schräg gegenüber ab den 1920er Jahren die Corona-Fahrradwerke in der 6b und 7. Am 20. April 1945 radierten Kriegsbomben Häuser entlang der Bahnhofstraße aus, der Rest fiel für den Ausbau des Zentrumsrings 1971-73. 1978/79 entstanden neue Wohnblöcke, die 2009 verschwanden – zu Gunsten des Gesundheitszentrums und ReGenerationenhaus.

Einst und jetzt



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