Um den Standort verschwundener Häuser zu ergründen, sind Hinweise auf alten Fotos Gold wert – und manchmal Glückssache. Wie im Falle der Kleinen Gartenstraße 29, denn die Karte aus dem Jahre 1910 beschreibt ein kurzes Gastspiel. „Holz-Kohlen-Briketts & Grude-Handlung. Hermann Krebs“ ist auf der Werbetafel zu lesen und führt im Adressbuch des Jahres 1909 ans Ziel: „Krebs, Herm. Kohlenhandlg., Linienstraße 1, Priv.-W. Tismarstraße 12b (v. 1.4.09 beides kl. Gartenstraße 29)“, ist dort nachzulesen, allerdings laut Adressbuch von 1913/14 überholt, denn Herrmann Krebs ist demnach nun in der Wredowstraße 8/9 ansässig – als „Mitinhaber der Fa. Paul Neumann & Co., Holz- und Kohlenhandlung“.

Steter Wandel in der Gartenstraße

Für die Kleine Gartenstraße 29, die Vergolder Otto Röhr (wohnhaft Tismarstraße 19) gehört, ist nebst sieben Wohnungsmietern eine „Zweigniederl. d. Kohlenhandlg. Schüler Nachfolger“ eingetragen. Entstanden war die „29“ vermutlich in den 1870er Jahren. Im Adressbuch von 1852 finden sich für die „Kleine Gartenstraße“ lediglich zwei Hausnummern, 1881 dann schon 28, wobei obiges Haus vorerst die Nummer 22 zieren sollte und Tischlermeister Paul Graßmann gehörte, wie auch die 25 (später 32). Das Adressbuch von 1897 spiegelt sodann die neue Nummerierung wieder und zeigt die Kleine Gartenstraße mit 52 Häusern groß ausgebaut. Die „29“ ist noch immer in Graßmann-Hand, gehört allerdings „Wilhelm“, der Maurer- und Zimmermeister ist.

Einst und jetzt



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