Weiter in der Geschichte der Kleinen Gartenstraße 29. Paul Graßmann hat indes das Nachbarhaus, die Bahnhofstraße 5, erworben und somit das Eckhaus gegenüber dem dominanten Hotel „Zur Eisenbahn“.
1909 stehen für die „29“ „Graßmanns Erben“ zu Buche, wie auch vier Mietparteien. Das kurze Gastspiel von Krebs‘ Kohlenhandlung findet zumindest auch im Adressbuch von 1919 seine Fortsetzung – mit dem Eintrag „Ginczek, P., Kohlenhdlr.“ Und der bereits erwähnten „Zweigniederl. d. Kohlenhandlg. Schüler Nachfolger“. Hauseigentümer ist nun Bäckermeister Otto Röhr, an dessen Stelle zehn Jahre später eine Helene Schulze, geb. Müller, steht, wie auch noch im Adressbuch von 1938/39. An die Stelle der Kohlenhandlung ist die „Alteisen- und Maschinenhandlung“ von Friedrich Schulze gerückt.  Den Zweiten Weltkrieg übersteht das Haus, wie auch die ersten DDR-Jahre. Gestutzt werden beide Gartenstraßen erst Ende der 1960er Jahre, als der Zentrumsring 1971-73 ausgebaut wird. Die schmucken Häuser (12!) der Bahnhofstraße verschwinden restlos, einschließlich das „Tor“ zur Kleinen Gartenstraße – also linker Hand die Bahnhofstraße 6, die laut Adressbuch von 1938/39 das „Bahnhofshotel u. Hotel zur Eisenbahn“ war, sowie die „5“, das Eigentum von Anton Kalisch, der eine angestammte Gastwirtschaft fortführte und zu seinen Mietern Emma Wilhelms mit ihrer „Bahnhofsquelle“ zählte. Vorübergehend war all das als Freifläche „gewollt“, um 1978/79 etwas zurückgesetzt neue Wohnblöcke (mit dem markanten Spiess-Mosaik /1980) entstehen lassen zu können. 2009 wird diese bauliche Tristesse planiert und 2011 das große Tor zur Kleinen Gartenstraße gebaut – das Re-Generationenhaus der wobra und das Gesundheitszentrum des Brandenburger Klinikums. Ein würdiges Bahnhofs-Pendant.

Einst und jetzt



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