Auf der 1956 eingeweihten Freilichtbühne  gab es zwischen Mai und September mehr oder weniger niveauvolle Kinoabende, so auch die Sommerfilmtage des staatlichen Lichtspielunternehmens. 1972 war Brandenburg dafür sogar als zentraler Veranstaltungsort der DDR auserwählt worden. Gute Tradition hatten neben zahlreichen Darbietungen anlässlich der seit 1964 organisierten Havelfestspiele die Auftaktprogramme zu den Sommerferien wie auch Besuche der Fernseh-Lieblinge vom Kinderfunk aus Berlin-Adlershof. Bald nach ihrer Eröffnung baute man auf der viele Jahre lang umsichtig von Hans-Georg Albrecht geleiteten Bühne wiederholt sogar den Boxring auf. Vor stimmungsvoller Kulisse bot eine damals noch starke heimische Empor-Staffel begeisternde Kämpfe.

Musikabende, Schauveranstaltungen, Estradenprogramme, Familienveranstaltungen

Wer zählt die Wettstreite oder Leistungsvergleiche der Chöre und Kapellen?! Musikabende, aber auch Schauveranstaltungen, Estradenprogramme sowie Familienveranstaltungen – vornehmlich von der Konzert- und Gastspieldirektion organisiert – lockten zumeist viele Besucher an. Am 1. Mai 1984 hieß es beispielsweise „Evergreens nonstop“. Auch wenn sich die Theaterleute aus unterschiedlichen Gründen auf der Freilichtbühne eher rar gemacht hatten, so stand zum Beispiel dann 1986 noch einige Male „Der Soldat und das Feuerzeug“ auf dem Spielplan.

Schlechtes Wetter, finanzielle Probleme

Naturgemäß ist das Wetter stets ein unberechenbarer Faktor. Zum anderen entsprachen immer weniger Veranstaltungen den Wünschen der Brandenburger, etliche Abende wurden auch kurzfristig abgesagt. Weitere finanzielle Probleme blieben da nicht aus. Das Interesse an Freilichtprogrammen ging spätestens seit Beginn der 1980er Jahre deutlich zurück, zumal im Umfeld der Spielstätte auf dem Marienberg ebenfalls wenig geboten wurde. Darüber hinaus nagte zunehmend der Zahn der Zeit an der Bühne samt ihrer Anlagen; seitens der Kommune gab es nur bedingt Sanierungsmaßnahmen.
Mit Beginn der 1990 Jahre wurde der Spiel- und Konzertbetrieb schließlich vorerst eingestellt, so auch wegen des bislang nie beachteten Lärmschutzes. Befindet sich doch die Bühne in unmittelbarer Nähe zum Städtischen Klinikum und zum Krematorium-Friedhof.

Gut fünf Jahrzehnte nach Einweihung gelangen Rekonstruktion und teilweiser Rückbau

Nach geraumer Zeit des Leerstandes sowie zunehmendem Verfall gelang es, unter anderem auch dank Patenschaft seitens der Städtischen Werke, die Kulturstätte dann 2007 – gut fünf Jahrzehnte nach ihrer Einweihung – zu rekonstruieren und teilweise „zurückzubauen“. Überdies konnte dem Ensemble am Nordabhang des Marienbergs zur BUGA (2015) mit staatlichen Mitteln zumindest eine „Frischekur“ spendiert werden. Aber die Suche nach einem geeigneten Nutzungsrezept sowie engagierten Betreibern, inklusive einer soliden finanziellen Basis, blieb bis heute weitgehend ungelöst. Keinesfalls aber sollte die für unser Brandenburg einmalige Bühne mit ihren 65 Jahren in den „Rentner-Ruhestand“ gehen. Allein die bisherigen Förderer, so etwa der Lions-Club, stoßen aber verständlicherweise an (finanzielle) Grenzen.