„Heimatforscher Friedrich Grasow 6.9.1881 - 28.3.1958 – In Dankbarkeit von der Stadt Brandenburg gewidmet“. So steht es auf dem von Bildhauer Andreas Threyne gestalteten Bronzerelief an einem großen, märkischen Findling, der seit nunmehr 60 Jahren die Anlagen des Walter-Rathenau-Platzes (Kreisgarten) schmückt. Die Initiative dazu hatten seinerzeit die Arbeitsgemeinschaft Natur und Heimat sowie  Oberbürgermeister Max Herm ergriffen. In der ersten Septemberwoche 1960, anlässlich des Geburtstages dieses so verdienstvollen Havelstädters, wurde der wuchtige Gedenkstein unweit der Brielower Straße aufgestellt.

Grasow auch Lehrer und Rektor

Unser Brandenburg kann wahrlich stolz auf seinen weit über die Grenzen hinaus bekannten Sohn sein. Hatte er sich doch jahrzehntelang mit Ehrgeiz, nimmermüdem Engagement sowie wissenschaftlicher Gründlichkeit der so umfassenden Stadtgeschichte gewidmet. Die dabei von Grasow erworbenen vielfältigen Kenntnisse publizierte er – letztlich zur Freude und Weiterbildung späterer Generationen – in zahlreichen Büchern, Schriften sowie Zeitungsbeiträgen. Zudem wirkte der einstige Lehrer bzw. Rektor in der Ziegler-, Fontane- und Domschule schier rastlos, wenn es um „sein“ Brandenburg ging.

„Brandenburger Anzeiger“

Das große Interesse an der Historie, ja, die Liebe zu dieser Stadt samt ihrer Umgebung haben ihn maßgeblich geprägt. Sein Wissen versuchte er an ungezählte Mitbürger weiterzugeben. Neben dem Schulunterricht bot ihm dazu vor allem der „Brandenburger Anzeiger“ beste Gelegenheit. So erschienen in diesem von J. Wiesike (Kurstraße 7) herausgegebenen Blatt gar hunderte Beiträge unterschiedlichen Umfangs. Sei es nun u. a. zur 1000-Jahr-Feier der Stadt oder zu ihrer „Erleuchtung“ sowie über eine Vielzahl von Bauten, Straßen und Denkmalen. Die Historie wurde da in fundierten, verständlich abgefassten Artikeln wieder lebendig, wie auch in den „Blättern für Heimatpflege“.

Denkmalpfleger und Naturfreund

Eine Reihe von Büchern und Broschüren, darunter „Die 1000jährige Stadt“ oder beispielsweise der 1924 erstmals verfasste „Führer durch die Chur- und Hauptstadt Brandenburg (Havel)“, stammen aus der Feder des nimmermüden, überaus bescheidenen Heimatkundlers. Noch heute sind sie, wie zudem vielerlei Schriften, wertvolle Zeugnisse vergangener Epochen, selbst aus der Umgebung  Brandenburgs. Friedrich Grasow, gleichermaßen Denkmalpfleger und Naturfreund par excellence, bemühte sich stets darum, selbst jene Havelstädter „anzusprechen“, für die eigentlich die Schulbank schon längst Vergangenheit war. Als Dozent der Volkshochschule gelang ihm das sehr gut. Und seine Vorträge konnte der ein wenig untersetzte Mann in zunehmendem Maße mit Diapositiven immer aussagekräftiger und anschaulicher  gestalten.
Mit seinem Tode am 28. März 1958 ließ er Tausende von Fotos sowie Dias den Nachfahren zurück, insbesondere für Sohn Friedrich-Karl (später Ehrenbürger), der fortan in seine Fußstapfen trat. Unter großer Anteilnahme wurde Grasow damals auf dem Friedhof der Neustadt beigesetzt. Erfreulicherweise trägt heutzutage im Stadtteil Hohenstücken eine Straße den Namen dieses nimmermüden Heimatforschers.