In Rudolf Hammers vorübergehendem Mietquartier in der Sankt-Annen-Straße 4, war indes schon 1881 neues Leben zu verzeichnen: Wilhelm Reinicke hatte hier als Hauseigentümer den Gasthof „zum deutschen Kaiser“ etabliert, mit Kellner Fritz Amm und Fuhrherr Gustav Fischer passende Mieterschaft und dank Kaufmann Hugo Jacobs „Colonialwaren en gros“ im Haus. 1891 bewarb Reinicke seinen Gasthof noch als „Station des Rathenower Omnibus“ und hatte spätestens 1897 mit Oskar Naumann einen Nachfolger gefunden. Der Gasthof „zum Deutschen Kaiser“ blieb, die Mieterschaft wechselte, weswegen vorübergehend die Porzellanhandlung von F. Meinecke zum Angebot zählte.

Vorzügliche Speisen und Stallungen

Im Adressbuch von 1909 ist für die „4“ neben „Naumann, O. Gasthofsbes., (zum deutschen Kaiser)“ sowie drei Handels- und Kaufleute auch die „Roland-Loge V.A.O.D.“ (Freimaurer oder Druiden-Orden) vermerkt. Oscar Naumann warb oft für seinen Gasthof: „Täglich guter Mittagstisch. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Großer Fremdenverkehr. Solide Preise. Aufmerksame Bedienung.“ Aus den „vorzüglichen Stallungen“ wurden in den 1920er Jahren „Auto-Garagen“ und auch die „Zentralheizung“ war eine Zeile wert.

Einst und jetzt



Foto/Sammlung/Text: