Zurück vom Bahnhof zur Großen Gartenstraße: Auch sie birgt viel Geschichte, ist dennoch arm an Denkmalen. Lediglich zwei Häuser – die 38 und 39, beide um 1864 entstanden – sind in die Denkmalliste eingetragen. Doch auch andere Häuser künden von den Anfängen des 1856 zur Straße erklärten Weges, der seit 1861 gepflastert ist. Waren zuvor nur acht Hausnummern vergeben, zählte die Große Gartenstraße 1881 schon 53 Haus-/Grundstückseigentümer, hatte aber noch keine bebaute Ecke zur Flutstraße.

Das Eckhaus mit dem Gasthof

Die 19a entstand in den 1880er Jahren, vermutlich in Regie von Carl Merten, der im Adressbuch von 1891 als Hauseigentümer und „Gasthofbes. (z. Stadt Hamburg)“ eingetragen ist. Der Hamburg gewidmete Gasthof erwies sich als beständig, wurde alsbald von Julius Wieneke erworben und fortgeführt, Anfang des 20. Jhd. von der Aktiengesellschaft Vereinigte Werdersche Brauereien übernommen und von Gastwirt Paul Laßner betrieben. Nach 1910 taucht Laßner auch an Eigentümerstelle auf, hat laut Adressbuch von 1919 auch vier Mieter im Haus.

Noch mehr Gasthöfe mit Stadtnamen

Zu jener Zeit fanden sich in der Bahnhofsvorstadt übrigens weitere städtische Namenspaten, wie die Gasthöfe „Stadt Magdeburg“ (Werderstraße 23), „Dresdner Hof“ (Bahnhofstraße 3), „Stadt Berlin“ (Große Gartenstraße 2), „Stadt Belzig“ (Große Gartenstraße 35) und eben „Stadt Hamburg“ in der 19a. Das Eckhaus diente bis in die DDR-Jahre hinein der Gastlichkeit, die in Nachwendezeiten noch einmal in Form einer Pizzeria auflebte. Neuerdings hat das Haus ein „SchönmachWerk“ (Studio für Permanent Make-Up).Die Große Gartenstraße 19a in der Gegenwart.

Einst und jetzt



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